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Das Intelligenzblatt als Medium praktischer Aufklärung

Ein Beitrag zur Geschichte der gemeinnützig- ökonomischen Presse in Deutschland von 1768 bis 1780



Und hoffe ich, "vernünftige Leser auf eine nützliche Weise zu unterhalten".
Wittenbergsches Wochenblatt, 1776, Vorerinnerung.

"Wie bey dem Geschmacke des Adels sich blos nach seinen Neigungen zu richten, (die schlechteste Stufe der Moralität!); wie bey der Gewohnheit der Beamten, mit dem Bauer und mit dem Viehe in einerley Ton und mit einerley Knittel zu sprechen, bey der Barbarey der Geistlichkeit, auch wohl bey Gelegenheit in Gesellschaft ihrer Schafe besoffen unter dem Tische zu liegen: wie sich bey alle dem, unter die große Anzahl des großen Haufens, ich will nicht sagen Oekonomie, sondern nur ein feinerer Geist von Menschlichkeit ausbreiten lasse?"
Wittenbergsches Wochenblatt, 1776, S.95, Über russische Verhältnisse.


I. Einleitung: Die große Hungerkrise zu Beginn der siebziger Jahre

Noch sind im Jahre 1772 die Lebensmittelpreise hoch,doch die Zeit, da die besonders für Getreideprodukte geforderten Summen nicht nur den Ärmsten unerschwinglich waren, gehen ihrem Ende entgegen. Das Bier, ein während der großen Hungerkrise kaum zu erlangender Trost, kostet nur noch das Eineinhalbfache des gewohnten Preises. Mit der stetigen Normalisierung verändern sich ganz langsam auch die Themen in den Intelligenzblättern. In allen deutschen Regionen haben sie während der heftigen Teuerung Hinweise gegeben,die das Überleben sichern helfen sollten, empfahlen verschiedenste Unkräuter zur Speise und druckten Rezepte zu deren Zubereitung, veranstalteten Sammlungen und Lotterien zum Besten der Armen und mahnten die Wohlhabenden, das Leid ihrer Mitbürger durch tatkräftige Hilfe zu mildern.

Ratlosigkeit und Genugtuung sind in den Abhandlungen jener Jahre zu finden, wenn über die Ursachen der Hungerkrise nachgedacht wird. Daß sie einbrach in eine Zeit, da man seit zwei Jahrzehnten so intensiv wie nie zuvor über Verbesserungen der Landwirtschaft nachgedacht und sie durch praktische Tätigkeit zu verwirklichen bemüht war, das machte betroffen - und eben ratlos. Waren denn alle Bemühungen landwirtschaftlicher und ökonomischer Gesellschaften, aufgeklärter Obrigkeiten und Gebildeter umsonst gewesen? Oder hatten sie lediglich noch nicht ausgereicht, die, wie man es sah, seit Jahrhunderten dauernde Vernachlässigung des wichtigsten Zweiges der Volkswirtschaft wettzumachen? In der Debatte um diese Frage setzte sich schnell die Überzeugung durch, in der Hungerkrise sei eine Bestätigung für die Richtigkeit des eigenen Tuns und eine Aufforderung zugleich zu sehen, auf dem eingeschlagenen Weg mit verstärkter Kraft fortzugehen. Zugleich aber zeigt sich die Hungerkrise auch als Zäsur, führt zu einer größeren Nachdenklichkeit, wenn über die gesellschaftlichen Schranken disputiert wird, die man aufklärerischem Vervollkommnungs- und Verbesserungsdrang entgegengesetzt sieht.

Es mag erstaunen, daß ausgerechnet Intelligenzblätter das Forum solcher Diskussionen gewesen sein sollen. Selbst unter Pressehistorikern scheint das Vorurteil nur schwer ausrottbar zu sein, bei diesen Presseerzeugnissen handele es sich um eine wenig ergiebige geschichtliche Quelle, hat die pauschalierende Bezeichnung bis heute die Erforschung ersetzt. 1

Attribute wie "fade", "langweilig" oder "gänzlich uninteressant" assoziiert man so mit den Intelligenzblättern, die in Wirklichkeit nur selten reine Nachrichtenblätter gewesen sind. Es ist wahr, daß viele von ihnen Mittelmaß präsentieren und so vielleicht mit einem Großteil der heutigen Lokalpresse vergleichbar sind, die selten große Ansprüche an die journalistische Kunst befriedigt, doch trifft dies ebensowenig wie für alle heutigen regionalen Zeitungen für alle Intelligenzblätter zu. Und selbst wenn die abschätzigen Urteile zuträfen, dann wäre noch zu fragen, ob nicht auch das Mittelmaß interessant oder doch zumindest für den Historiker aufschlußreich sein kann. Weder die Auflage noch die Verbreitung der Intelligenzblätter lassen es gerechtfertigt erscheinen, daß sie in der Pressegeschichtsschreibung weiter übergangen werden.

Die großen spektakulären Diskussionen, die noch nach zwei Jahrhunderten die Gemüter zumindest der beruflich mit der Geschichte Befaßten bewegen, fanden in den Intelligenzblättern nicht statt. Daß während der siebziger Jahre des achtzehnten Jahrhunderts eine junge Generation in der Literatur des "Sturm und Drang" ihren Widerspruch gegen eine allein vernunft- und zweckgeleitete Lebenspraxis, gegen eine Weltsicht formulierte, die nur wenig Raum dem Gefühl zu lassen schien, das wird man in ihnen nicht erfahren. Die Autoren der Intelligenzblätter machen einen eher gesetzten Eindruck und hatten, wenn sie den Roman zur Kenntnis nahmen, sicher mehr Freude an Werthers strebsamem Kontrahenten um Lottes Gunst als an dem jugendlichen Helden aus Goethes Feder.

Doch will man etwas über die Ursachen der Unzufriedenheit Werthers erfahren, dann erweisen sich die Intelligenzblätter als erstklassige sozial- und kulturgeschichtliche Quelle. Genau verzeichnen sie am Ende der sechziger und am Anfang der siebziger Jahre die Mühen der Veränderung ebenso wie deren häufige Vergeblichkeit, die gleichwohl den Verbesserungsdrang des in die gesellschaftliche Praxis eingetretenen Gebildeten nicht zu bremsen vermochten, bis die große Hungerkrise zum gründlichen Nachdenken zwang über Wege und Ziele der eigenen Bestrebungen. Was bei den brotlosen Jungen zu Mißmut und Absage führte angesichts der Unmöglichkeit, einen der eigenen Bildung angemessenen Platz innerhalb der spätabsolutistischen Gesellschaft zu finden, das zwang die aufklärerisch engagierten "Alten" statt zu Zivilisationskritik zu einer Radikalisierung der Gesellschaftskritik, zur Überprüfung ihrer Vorstellung, alles werde seinen guten Gang zu steter Vervollkommnung nehmen, erfülle nur ein jeder in seinem Stande seine Pflicht.

Zwar verschwindet diese für die praktisch engagierten Aufklärer der ersten Stunde so typische Vorstellung bis zum Ende des Jahrhunderts nie ganz, doch viele der Gebildeten setzen nach der Hungerkrise am Beginn der siebziger Jahre stärker als in den fünfziger und sechziger Jahren auf die Ansprache des "gemeinen Mannes", auf Verbesserungen auch unabhängig von den Obrigkeiten. Die Verbreitung von "Oekonomie" als einer Art moralischer Haltung, die ein ganzes Paket von Tugenden einschließt und mehr meint als die bloße, auf Erhöhung der Produktivität gerichtete Verbesserung einzelner Bereiche der Volkswirtschaft, wird in den siebziger Jahren zum von den Intelligenzblättern noch intensiver verfolgten Ziel. 2

Wenn am Anfang dieser Abhandlung Bemerkungen zur Hungerkrise stehen, dann nicht nur deshalb, weil dieses Ereignis am Anfang der siebziger Jahre einen so prägenden Einfluß auf das Selbstverständnis der praktisch engagierten, aufklärerisch denkenden Gebildeten hatte, sondern weil die große Teuerung wie kaum etwas anderes eine hervorstechende Eigenschaft vieler Intelligenzblätter deutlich werden ließ: sie spiegeln Alltag in einer Weise, wie kein anderes Presseorgan. Gemeint ist damit nicht allein etwa die regelmäßige Verzeichnung der aktuellen Preise, die natürlich aufschlußreich ist, oder die Registrierung von Zwangsversteigerungen bäuerlicher Höfe, die regionale Krisen besser nachvollziehbar werden läßt, sondern insgesamt die Art, in der sich hier Wirklichkeit publizistisch niederschlägt. In den Intelligenzblättern wird Erfahrung als zentrale Kategorie der Aufklärung sichtbar; indem das gemeine Leben wichtigstes Thema der Intelligenzblätter ist, spiegeln sie ein ganz neues Selbstverständnis der Gelehrten und Gebildeten. Nicht allein um Registrierung und Beschreibung geht es ihnen und ihren Autoren, sondern um die Einwirkung auf das praktische Leben, um die Veränderung und Verbesserung: um eine ganz besondere Art von Presse handelt es sich also bei den Intelligenzblättern, jedenfalls bei einem wichtigen Teil von ihnen.

Mit der Beschreibung des Wittenbergschen Wochenblattes soll hier zugleich eine Typologie dieser Art von Intelligenzblättern versucht werden. Wenn dieses in einer Universitätsstadt erscheinende Blatt die wichtigste Quelle dieser Abhandlung bildet, dann muß darauf verwiesen werden, daß es ohne Veränderung des Befundes ersetzt werden könnte etwa durch das Churbaierische Intelligenzblatt, das Leipziger Intelligenzblatt, die Hamburgischen Addreß-Comtoir-Nachrichten oder eine ganze Reihe weiterer Blätter.Die von ihnen in den sechziger und siebziger Jahren gegebenen "Verzeichnisse der vornehmsten in diesem Jahrgang enthaltenen Materien" gleichen sich wie ein Ei dem anderen, lediglich regionale Unterschiede lassen sich ausmachen. Auch die persönlichen Interessen der verschiedenen Herausgeber können Unterschiede zur Folge haben, die das Wesen dieser Blätter aber nicht beeinträchtigen. 3

Der Zeitraum von 1768 bis 1780 wurde gewählt, weil diese Jahre für die Orientierung der gemeinnützig engagierten Gebildeten in Deutschland von großer Bedeutung sind. Als das Wittenbergsche Wochenblatt 1768 gegründet wird, da ist die Überzeugung, zu den Pflichten der Gelehrten und Gebildeten gehöre das Engagement für die Allgemeinheit und besonders für die unteren Stände, bereits zu einer festen Größe im deutschen Geistesleben geworden. Die Hungerkrise zwingt zur Überprüfung und zu interessanten Diskussionen, an deren Ende eine Festigung der bereits Ende der sechziger Jahre ausgeprägten Orientierung und mit Beginn der achtziger Jahre ganz neue Fragestellungen stehen, die mit der Preisaufgabe der Berliner Akademie der Wissenschaften für 1780 beschrieben sind. Von Friedrich II. gedrängt, wollte die Akademie wissen, ob es nützlich sein könne, das Volk zu täuschen.


II. Adressaten und Leser der Intelligenzblätter

Die Charakterisierung vieler Intelligenzblätter in den sechziger und siebziger Jahren des achtzehnten Jahrhunderts ist nicht möglich ohne einen Hinweis auf das spätestens in den fünfziger Jahren erkennbar werdende Selbstverständnis der Gelehrten, die mehr und mehr sich nicht beschränken wollten auf das folgenlose Räsonnement, sondern sich praktisch zu engagieren begannen. Unübersehbar die Flut der ökonomischen Literatur, 4 die seit dieser Zeit den Buchmarkt überschwemmte und mit der ein breiteres Publikum teilhaben sollte an aufklärerischer Naturerkenntnis. In zahlreichen ökonomischen und landwirtschaftlichen Gesellschaften bemühte man sich, das eigene Wissen zum allgemeinen Nutzen praktisch wirksam werden zu lassen.

Man entdeckte zunächst den Ungelehrten, der einbezogen wurde in den aufklärerischen Diskurs, und sodann auch den "gemeinen Mann", ohne dessen Ansprache besonders die Verbesserungsbestrebungen in der Landwirtschaft folgenlos bleiben mußten. "Es ist andem", so kann man 1757 in einer ökonomischen Wochenschrift lesen, "kein Jahrhundert ist so fruchtbar an oekonomischen Schrifften und Journalen gewesen, als das jezige. Die Gelehrten widmen fast alle ihre Bemühungen, ihre Geschicklichkeiten und ihre Einsichten den Aufnehmen der Wirthschafft, und sie schämen sich nicht mehr eine Wissenschafft zu lehren, die man sonst in den finstern Zeiten unserer Voraeltern, in welchen Vorurtheil und Aberglauben statt Wahrheit galt, für ein Handwerk der Bauern, und gemeinen Landwirthe, hielt." 5 Die Gelehrten, so kann man vernehmen, hätten genügend auch publizistische Mittel, sich untereinander auszutauschen und zu verständigen. Betrüblich stände es hingegen mit den Möglichkeiten, den Bauern selbst mit den neuen Erkenntnissen bekannt zu machen:

Allein bey allen den Fleiß, und bey allen den Bemühungen patriotischer Gelehrten, die mehr aus Pflicht ihre Brüder, sonderlich aber den gemeinen Mann zu bessern, als aus Eigenliebe und einer stolzen Autorsucht schreiben, ist es doch andem, daß eben diese grosse Menge Menschen, von dem Unterricht der gelehrten Schrifften, in der Wirthschafft und einer gesunden Sittenlehre am wenigsten geniessen, und alle Mittel, die man ihnen zur Verbesserung ihres Zustandes anrathet und vorschreibet, bleiben in diesen Schrifften, da sie für dem gemeinen Mann theils zu gelehrt geschrieben sind, theils weil er keine Gelegenheit hat, sie zu lesen, versteckt, und nutzen also der größten Hälfte des menschlichen Geschlechts am wenigsten. 6

Es sind dieser Einsicht zahlreiche selbständige Schriften und eine Reihe von Wochenblättern zu verdanken, die sich um einen Unterricht auf "einfältige Art" bemühen.. 7 Denn vom "gelehrten Unterricht", so weiß man, hat der "gemeine Mann unmittelbar keinen Nutzen, ausser daß er Leute liefert, die künftig einmal an seiner Verbesserung arbeiten können.. 8 Die Intelligenzblätter nun sind genau in diesem Spannungsfeld von "einfältigem" und "gelehrtem" Unterricht angesiedelt. Sie sagen nicht, wie das zitierte Wochenblatt aus dem Jahre 1757: "Diese Schrifft hat die Absicht, den gemeinen Mann zu unterrichten, und seine Erkenntniß, sonderlich aber in Wirthschafftssachen, zu bereichern", 9 aber in ihnen finden sich die Autoren eben dieser bauernaufklärerischen Schriften zum Erfahrungsaustausch und zur Selbstvergewisserung.

In Stil, Sprache und Inhalt sind sie eher dem "gelehrten" als dem "einfältigen" Unterricht verpflichtet, ohne daß sie es aber ausschließen, zumindest im Einzelfall auch einen breiteren Leserkreis anzusprechen. Wie auch heute nicht jeder Leser lokaler Anzeigen und Nachrichten auch das Feuilleton seiner Zeitung liest, ihn dessen Vorhandensein aber nicht weiter stört, so darf man sich wohl auch weniger gebildete Leser der Intelligenzblätter vorstellen, die sich aus ihrer Zeitung nahmen, was sie anging, den Rest aber überblätterten. Wenn dann allerdings einer der für die Intelligenzblätter typischen Artikel über Maßnahmen etwa gegen die Rinderseuche eingerückt und gleichzeitig das eigene Vieh davon befallen war, dann ist es durchaus vorstellbar, daß auch ein Bauer eine Abhandlung las, die er ansonsten auszulassen gewohnt war. Die in den Intelligenzblättern übliche Mischung von Nachrichten, die den "gemeinen Mann" mit Sicherheit interessiert haben werden, mit solchen etwa naturkundlichen Abhandlungen, für die er keine unmittelbare Verwendung hatte, macht Aussagen über den Leserkreis schwer. Zu dessen Rekonstruktion gibt es jedoch eine Reihe von Hinweisen und Informationen, die herangezogen werden sollen.

Johann Daniel Tietz, ordentlicher Professor der Naturlehre in Wittenberg und Herausgeber des Wittenbergschen Wochenblattes, geht in seinen Überlegungen zur Gestaltung seines Blattes ganz ausdrücklich davon aus, neben gelehrten fänden auch ungelehrte Leser Unterhaltung und Belehrung darin. Gerne, schreibt er im Vorbericht zum Jahrgang 1769,würde er häufiger "theoretische Betrachtungen undErklärungen mancherley Naturbegebenheiten" aufnehmen, "wenn es nicht so viel Kunst erforderte, in dergleichen Dingen den Ungelehrten recht deutlich zu werden". 10 In Rezensionen ökonomischer Schriften heißt es häufig, man wolle die darin zu findenden Ratschläge "unsern hiesigen Lesern auf dem Lande" zugänglich machen. 11 Gerne werden die Leser auf Schriften hingewiesen, die für den "gemeinen Landwirth" von besonderem Nutzen seien. 12 Regelmäßig auch werden ausgesetzte Prämien für bestimmte landwirtschaftliche Verbesserungen im Wittenbergschen Wochenblatt ausgelobt, 13 die offenkundig den einfachen Bauern anreizen sollen, und so mancher Artikel spekuliert auf das Interesse des "gemeinen" Lesers.

Doch ist das Wittenbergsche Wochenblatt keine Zeitung, die sich ausdrücklich als ein Medium der Bauernaufklärung verstünde. Zwar schreibt der Herausgeber, überall sei "auf den Nutzen der Ungelehrten, der Gewerbe treibenden Stände und gelegentlich auch des gemeinen Mannes" gesehen worden, 14 , doch gewöhnlich wird, wie in vielen anderen Intelligenzblättern auch, nicht mit dem, sondern über den Bauern gesprochen. Ein ganz typisches und amüsantes Beispiel dafür ist die Rezension eines "Pakets ökonomischer Makulatur", in der darüber geklagt wird, das Interesse so vieler Leser an ökonomischen Schriften habe diese zum verlegerischen Spekulationsobjekt werden lassen. Bei der Besprechung eines Klugen Hausvaters beym wirthschaftlichen Geschäfte der Aufbehaltung verschiedener wirthschaftlicher Producte und einiger anderer Dinge läßt nicht nur der ironisch-sarkastische Ton deutlich werden, daß hier gebildete Leser angesprochen werden sollen. "Hat vermuthlich eine Ausgeberin auf einem adlichen Hofe geschrieben", so beginnt die Besprechung.

Der kluge Hausvater wird in alphabetischer Ordnung gebildet; hier sind einige Artikel: - Geldvorrath und was zum täglichen Gebrauche oder auf eine Zeit nöthigen Verbrauch erfodert wird, ist sonderlich abzusondern. Beydes muß seinen Ort im Hause und in demselben seine bequeme Stelle haben, behalten und immer wieder einnehmen, (denn es könne ja wohl Geld ohne Ort und Stelle geben). Einige wollen (man denke doch, die Ketzer!) einige wollen dem Gelde nicht einen gewissen, sondern vielerley und veränderliche Oerter, anweisen.<...> Der weitläuftigste und beste Artikel ist vom Vögelausstopfen.- Da sieht man, woher der Verfall des Nahrungsstandes kömmt. Die Zeiten können unmöglich eher besser werden, wofern sich die Hausväter nicht über den Ort vergleichen, wo sie ihr Geld aufheben wollen, und wacker Vögel ausstopfen lernen. Ach! Es stopfe doch wer stopfen kann! 15

Die Durchsicht der in den fünfziger und sechziger Jahren erschienenen, ausdrücklich für den Bauern und Landmann bestimmten Schriften zeigt, daß aus Angst vor Mißverständnissen die hier zu findenden Zwischentöne stets vermieden wurden. 16 Die Besprechung soll, wie viele andere Abhandlungen im Wittenbergschen Wochenblatt auch, den Gebildeten ansprechen, ihm sagen, daß er auf die Anschaffung dieser Schrift und vor allem auf die Empfehlung an bäuerliche Leser verzichten kann.

Wenn es erlaubt ist, vom Inhalt des Wittenbergschen Wochenblattes auf die Adressaten und gleichzeitig auch auf die tatsächlichen Leser zu schließen, dann wird man etwa fünfzig Prozent des redaktionellen Teiles als völlig an den unmittelbaren Interessen des einfachen ländlichen Lesers vorbeigehend charakterisieren müssen. Ähnliches gilt auch für andere Intelligenzblätter, wenn als ein beliebiges Beispiel etwa im Erfurthischen Intelligenz-Blatt, bestehend in Anfragen und Nachrichten vor das Publicum mit untermischten gemeinnützigen öconomischen und moralischen Abhandlungen 1772 unter dem Titel "Gedanken von den Würkungen ökonomischer Schriften auf den Landmann" ein Artikel erscheint, der aus den Göttingischen gemeinnützigen Abhandlungen übernommen ist. 17 Deutlich geht es in solchen Aufsätzen um die Selbstverständigung der in der Popularaufklärung Engagierten, um den besten und erfolgversprechendsten Weg, den einfachen Bauern anzusprechen. Daß es daneben aber auch eine große Zahl von Abhandlungen und Nachrichten in den Intelligenzblättern gibt, die auch bäuerliche Leser vorstellbar erscheinen lassen, macht diese Zeitungen als eine Mischform interessant, wie die genauere Beschreibung des Inhalts des Wittenbergschen Wochenblattes zeigen wird.

Im Wittenbergschen Wochenblatt ist seltener noch als in anderen Intelligenzblättern ein ausdrücklicher Hinweis darauf zu finden, es habe auch bäuerliche Leser gehabt. Die Vorstellung immerhin, man könnte und sollte auch in den Dörfern publizistisch wirksam und nützlich werden, ist jedoch dauernd präsent. Wenn die bei der Bauernaufklärung und der Verbesserung der Landwirtschaft engagierten Gebildeten darüber nachdenken, auf welche Weise sie ihre Ziele mit den Mitteln der Presse befördern könnten, dann fallen ihnen neben eigens dafür zu schaffenden Wochenblättern stets die Intelligenzblätter ein, die man regelmäßig deshalb als besonders geeignet bezeichnet, weil sie ohnehin schon auf dem Lande und in den Dörfern verbreitet seien. So schlägt Christian Valentin Merkel 1768 in seinem Wohlgemeynten Sendschreiben an die Erlauchte und Freye öconomische Gesellschaft zu St.Petersburg als bestes Mittel der Bauernaufklärung preiswerte Intelligenzblätter und insgesamt - mit dem Ausdruck der Zeit - eine Verbesserung des Intelligenzwesens vor. 18

Merkel teilt seine Vorstellungen mit, die er von einem wohleingerichteten Intelligenzblatt hat. Sicher geht er dabei von in Deutschland bereits bestehenden Blättern aus; seine Beschreibung kommt dem tatsächlichen Aussehen einer Reihe deutscher Intelligenzblätter während der sechziger und siebziger Jahre recht nahe:

Man muß die Begriffe des Intelligenzwesens nicht zu sehr einschränken und dadurch weiter nichts verstehen, als wöchentliche Gazetten, Nachrichten; Anzeigen, Anfragen und Antworten, oder Intelligenzblätter, die man auch gar wohl Policey- und öconomische Zeitungen, zum Unterschied der historisch-politischen, nennen könnte. Allein ich halte mit gutem Grunde davor, daß das Intelligenzwesen nicht nur dieses Mittel solcher öffentlichen Anzeigeblätter in sich begreiffe, sondern auch zugleich alle andere Anstalten anzeige, solche Sachen bekant zu machen und zu erfahren, welche zum Flor der Nahrung und des gemeinen Wesens, sonderlich für den gemeinen Mann, erfordert werden; wenn er nicht länger in unzähligen Sachen mit einer höchst schädlichen Unwissenheit, oder denen elenden Vorurtheilen, ja mit einer unvollkommenen alten Leyer fast bey allen Nahrungsgeschäften und Policeysachen, oder endlich von dem Mangel vieler neuen nützlichen Gewerbe, bey aller seiner Neugierigkeit, welche sonst allen Menschen angebohren ist, von vielen aber sehr unnützlich und schädlich angewendet wird, gedrücket werden soll. 19

Verantwortlich, so wünscht sich Merkel, sollten für die Intelligenzblätter die ökonomischen und landwirtschaftlichen Gesellschaften sein, ein Bogen sei wöchentlich zu gestalten und "wohlfeil" an den "gemeinen Mann" in den Städten und auf dem Lande zu bringen. Weiter noch geht das Wittenbergsche Wochenblatt 1772 in einer Abhandlung unter dem Titel "Gedanken zum Aufnehmen der Dorfschaften insgemein". Um jedes materielle Lesehindernis auszuschließen, will man den obligatorischen Bezug eines Intelligenzblattes durch jedes Dorf aus der Gemeindekasse finanziert sehen. 20 Andere Lesehindernisse zu umgehen, wünscht man sich "das Beste daraus des Sonn- oder Feyertags von dem Verständigsten in der Schenke der Gemeine vorgelesen, oder vorgetragen, die Blätter aber von dem Dorfrichter, zur fernern Unterweisung und gemeinschaftlichen Nachricht, aufgehoben und jährlich geheftet" 21 Zahlreiche, auch oft weltfremde Vorschläge finden sich, die Intelligenzblätter zu bäuerlichem Lesestoff werden zu lassen. Ob der folgende Vorschlag wohl ohne Protest der Spinnerinnen durchzusetzen war?.

Die Spinnstuben könnten wechselweise den Winter über nach der Reihe von einem Haus zum andern, unter Vorlesung entweder der Dorfordnung, oder der Intelligenzblätter, noch mehr aber lehrreicher Betrachtungen und Erzählungen des Sirachs oder Sprichwörter Salomons, des Katechismus, und unter Singung erbaulicher Lieder gehalten werden. Dadurch gedeihete diese Arbeit zu einer angenehmen und nutzbaren Zeitverkürzung(...). 22

Solche und ähnliche Vorschläge können letztlich nur beweisen, daß die Autoren der Intelligenzblätter den bäuerlichen Leser mitdachten oder wünschten, nicht aber, daß es gelungen wäre, den Kreis der Zeitungsleser über die Gebildeten hinaus auch tatsächlich zu erweitern. Doch legen der Inhalt und besonders die auch dem Bauern, wenn nicht oft lebensnotwendigen, so doch interessanten Nachrichten nahe, daß es während der sechziger und siebziger Jahre noch am ehesten die Intelligenzblätter gewesen sein dürften, denen die Ansprache bäuerlicher Leser gelungen ist. Zahlreiche Hinweise etwa auf das Ausliegen solcher Blätter in ländlichen und dörflichen Wirtshäusern lassen es sehr wahrscheinlich sein, daß das Lesen besonders der Nachrichten in den Intelligenzblättern die erste und unterste Stufe des Zeitungslesens auf dem Lande darstellte. Ein kleiner Beleg dafür seien die Beobachtungen Ulrich Bräkers, dessen Ansprüche an die Zeitungslektüre sich während der siebziger Jahre von denen seiner Dorfgenossen entfernt hatten. 1779 notiert er in sein Tagebuch:

Am ersten Ort plauderte mann von Zeitungen, das ich hete kotzen mögen. Ey, dacht ich, was schiert mich all das Zeug, wo mich von Haut und Haar nichts angeht, was frag ich danach, ob dieser oder jenner Herr Adergelassen - Baall gegeben - ob diese oder jenne sich gesegneten Leibs befeinde - wo sie hin reisse, wo sie absteige - u.d.g. Zeug(...). 23

Ulrich Bräker gehörte am Ende der siebziger Jahre längst zu dem Leserkreis, auf den jene Intelligenzblätter sich stützten, die sich von den reinen Nachrichtenblättern entfernt hatten und in denen, ohne daß dabei die Erfüllung der traditionellen Aufgabe ganz vernachlässigt worden wäre, die Propagierung einer praktischen Aufklärung zur Hauptsache geworden war. Die Gelehrten und Gebildeten, die Gesamtheit der "gesitteten Stände" fand hier, was sie suchte, konnte sich informieren und austauschen. Wenn man die Intelligenzblätter als "Bauernpublizistik" bezeichnet, 24 dann dürfte das am ehesten für die Intelligenzblätter gelten, die auf einen redaktionellen Teil weitgehend verzichteten und sich auf die Übermittlung bloßer Nachrichten beschränkten. Die Warnung etwa, einem bankrotten Bauern weiter Geld zu leihen, die Anzeige eines entlaufenen Hundes oder die Suche nach einem tüchtigen Knecht fand mit Sicherheit auch das Interesse des einfachen Lesers. Geht man jedoch vom Selbstverständnis der Herausgeber von Intelligenzblättern aus, dann ist fast immer der redaktionelle Teil Ausdruck des Wunsches nach praktischer Wirksamkeit und - bei einigen Blättern - des Bestrebens, den "gemeinen Mann" zu unterrichten. So schreibt beispielsweise der Herausgeber des Erfurthischen Intelligenzblattes:

Da dieses Intelligenz-Blatt seiner Bestimmung nach unter andern vorzüglich zum Unterricht und zum Nutzen derjenigen gewidmet ist, welche oft die wenigste Gelegenheit haben, solchen aus Schriften oder andern erfahrnern Leuten zu schöpfen, so wünschet man sehr, von belesenen oder in der Kenntnis der Menschen und der Zeiten erfahrnen Personen mit Beyträgen die eine unmittelbare Beziehung auf den Unterricht der weniger Erfahrnen haben, versehen zu werden. 25


III. Von der Nachricht zur redaktionellen Gestaltung: zum Inhalt der Intelligenzblätter

"Ich leugne schlechterdings, daß es dem Bauer, überhaupt betrachtet, am Fleiße mangele.(...) Aber allsdenn höret sein Fleiß allerdings auf(...), wenn er gewahr wird, daß er sich und die seinigen doch nicht damit forthelfen kann."
Wittenbergsches Wochenblatt, 1776, S.82.

"Im zweiten Stück beweist ein König, zween andern Königen(...), daß ein unterrichtetes Volk gehorsamer sei als ein dummes, weil es seine Verhältnisse mit dem Staat besser verstünde. Der Geistlichkeit, die so gern Unwissenheit und Dummheit um sich her verbreiten möchte, werden bittere Wahrheiten gesagt. Im ganzen aber haben Seine Majestät nicht überlegt, daß Religion, Politik und Gesetzgebung viel einfacher sein, viel andre Zwecke haben müssen, als sie bei uns sind und haben, wenn man das Volk so klug machen will."
Frankfurter gelehrte Anzeigen, 1772.

Ein einheitliches Gewand, in das sich alle Intelligenzblätter gekleidet hätten, gab es nie. Zwar überdauerten einzelne von ihnen die Zeiten von ihrer Gründung in der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts bis in das neunzehnte als reine Anzeigenblätter, doch war dies eher die Ausnahme. Schon früh fanden sich auch redaktionelle Anteile, die mit dem eigentlichen oder ursprünglichen Zweck des Blattes nichts zu tun hatten. Was sich jedoch sehr stark wandelte, das waren die Inhalte des redaktionellen Teiles. Sind für die erste Jahrhunderthälfte eher Abhandlungen typisch, wie jene, die 1748 unter dem Titel "Fernerer Versuch eines Erweises: daß Jesus wahrhaftig gestorben sey" auf dem Titelblatt der Braunschweigischen Anzeigen erschien, 26 so sind seit den fünfziger Jahren eher Aufsätze prägend, die unter Titeln erschienen wie "Erinnerungen an meine Landsleute, die Unterredungen in ihren Gesellschaften betreffend", 27 "Abhandlung, warum in Städten unglückliche Geburten entstehen, und mehr Weiber im Kindbette sterben, als auf dem Lande", 28 "Bauholz dauerhaft zu machen, und vor Feuersbrunst zu bewahren" 29 oder "Entwurf, die Kalender für die Wirthschaft vorteilhafter einzurichten". 30 Die Intelligenzblätter sind so ein sehr genauer Spiegel der sich um die Jahrhundertmitte nachhaltig wandelnden Interessen der aufgeklärten Gebildeten.

Diese Wandlung ist spätestens während der sechziger Jahre abgeschlossen, und das 1768 begründete Wittenbergsche Wochenblatt ist bereits das Ergebnis neuer Lesebedürfnisse und neuer Ansprüche an die Zeitungslektüre. Wie bei vielen anderen Intelligenzblättern weist der Untertitel auf den wichtigsten Zweck: zum Aufnehmen der Naturkunde und des ökonomischen Gewerbes. Beim Erfurthischen Intelligenzblatt lautet er: bestehend in Anfragen und Nachrichten vor das Publicum mit untermischten gemeinnützigen öconomischen und moralischen Abhandlungen, beim Leipziger Intelligenzblatt findet man gar das Versprechen: für Stadt und Landwirthe zum Besten des Nahrungs-Standes. 31

Nicht nur mit ihren Untertiteln rücken die Intelligenzblätter so mit ihrer Programmatik in die Nähe der Zeitschriften, deren ausdrückliches Ziel es ist, für den "gemeinen Landmann" zu schreiben. Auch sie beginnen, wie etwa die Landwirthschaftlichen Erfahrungen zum Besten des Landmannes, 32 schon während der sechziger Jahre ihr Erscheinen.

Die Gruppe des Herausgebers und der Autoren des Wittenbergschen Wochenblattes ist weitgehend repräsentativ für die in der praktischen Aufklärung insgesamt engagierten Gebildeten. Dem Begründer und Herausgeber Johann Daniel Tietz oder Titius stehen als Professor der Naturlehre an der Universität Wittenberg nicht nur Kollegen zur Seite, sondern es beteiligen sich mit Abhandlungen auch ein Amtmann und mehrere Geistliche, von denen einige auch als Verfasser ökonomischer Schriften wirken. 33 In einer Vorrede, die Tietz nach Abschluß des ersten Jahrgangs schrieb und dem gebundenen Exemplar seines Blattes vorangehen ließ, wie wichtig ihm gerade die Mitarbeit der Geistlichen gewesen sei, die "zum nicht geringen Lob ihres Standes, es der Mühe werth geachtet haben, auf die Reichthümer der Natur und deren Anwendung in ihrer Gegend aufmerksam zu seyn, und solche zum Theil durch das Wochenblatt bekannt machen zu lassen". 34 Weiter führt Tietz seine Vorstellungen aus, durch welche "Volkslehrer" am ehesten eine breite Wirkung der aufklärerischen Verbesserungsbestrebungen zu erwarten sei, und beschreibt den gesamteuropäischen Zusammenhang, in den er seine publizistische Tätigkeit eingebunden sieht:

In der That, ich verspreche allen unsern Verbesserungen in der Wirthschaftskunde und praktischen Naturlehre wenig Fortgang, dafern nicht Leute von Stande, die Herren von Adel und die Herren Geistlichen auf dem Lande, sich diese Verbesserungen gemeinschaftlich angelegen seyn lassen.Denn sie allein sind es, von denen man die Ausbreitung aller vernünftigen Vorschläge erwarten muß. Die großen Beyspiele, welche die ökonomischen Gesellschaften in England, Schweden, Dännemark, in der Schweiz, in Lüneburg, und vorzüglich die Sächsische in Leipzig, durch Aufnehmung geschickter Geistlichen, der Welt in dieser Absicht schon vor Augen gelegt haben, zerstreuen allmälig das blinde Vorurtheil, welches manche gar ansehnliche Männer bey andern zu unterhalten suchen, als gehöreten diese weltlichen Gegenstände nicht für die Geistlichen auf dem Lande(...). 35

Es ist nicht nur die Mitarbeit der Geistlichen, Amtleute und Herren vom Stand, der Adligen und Gelehrten, auf die Tietz setzt, sondern an diesen Kreis wendet sich das Blatt auch in erster Linie, sie zur Vermittlung aufklärerischen Gedankengutes auf aufklärerischen Handelns an breitere Kreise der Bevölkerung zu gewinnen.

Johann Daniel Tietz verkörpert im zeitgenössischen Verständnis so etwas wie das Ideal eines Intelligenzblattherausgebers und -redakteurs. Die Gefahr, daß er - wie es für Intelligenzblätter verschiedener Orte beklagt wurde - sein Blatt zur "Privatsache" oder gar zum "Nahrungsgewerbe eines Buchführers und Buchdruckers" herabsinken lassen oder als Instrument seiner Gewinnsucht mißbrauchen könnte, 36 bestand bei ihm nicht. Gut und sicher in seinem Hauptberuf versorgt, ging es ihm darum, sich ein publizistisches Instrument seines Engangements zu schaffen - eine Idee, auf die wohl fast jeder uns heute noch namentlich bekannte Aufklärer irgendwann einmal in seinem Leben gekommen ist. So kostete denn ein Exemplar des Wittenbergschen Wochenblattes, das jeden Sonnabendfrüh beim Buchdrucker Dürr mit dem Umfang eines Bogens abzuholen war - in Kursachsen wurde es auch postfrei versandt -,den mäßigen Preis eines Groschens. Für das Jahresabonnement waren im Quartal 8 Groschen zu bezahlen - etwas mehr war das nach den im Blatt regelmäßig verzeichneten Preisen, als für eine Kanne Bier zu entrichten war.

Charakteristisch nicht nur für die Interessen des Herausgebers, sondern auch für viele andere Intelligenzblätter und Zeitschriften der Aufklärung ist schon das erste Stück des Wittenbergschen Wochenblattes. Kommentarlos werden auf dem Titelblatt "Morgen- und Abendbemerkungen der Luft" gegeben, denen sich eine Abhandlung unter dem Titel "Von dem Gebrauche der hier täglich angemerkten Schwere und Temperatur der Luft" anschließt.-Die Natur- und Wetterbeobachtung - sicher mehr als ein Steckenpferd so vieler Aufklärer - kann vielleicht als Paradigma für den Verlauf der Aufklärung insgesamt dienen. Steht am Anfang der Aufklärung die Neuentdeckung der Natur und ihre Erforschung frei von kirchlichen Dogmen durch die Gelehrten, so dauert es nur wenige Jahrzehnte, bis die neuen Erkenntnisse - oder richtiger ihre Träger- danach drängen, aus dem akademischen Zirkel hinaus zu breiterer Wirksamkeit zu gelangen.

"Man erkennt den Nutzen solcher wöchentlichen Witterungen", so freut sich Tietz, "die nirgends geschickter einen Platz, als in den Intelligenzblätter, finden können". Aus ganz Deutschland habe er Anfragen nach den Werkzeugen zur Wetterbeobachtung erhalten, was ihm als Beweis gilt, "daß diese bisher sehr vernachläßigte, und bloß den Gelehrten, folglich ohne geringsten Nutzen, überlassene Bemühung allgemeiner werden, und besonders unter die Hände der Vernünftigsten auf dem Lande kommen dürften, die daraus mit der Zeit den eigentlichen Vortheil ziehen können". 37 Das Wittenbergsche Wochenblatt steht mit solchen Bermühungen nicht allein. Der Glücksburgische Probst Philipp Ernst Lüders etwa versuchte schon früher, mit mehreren kurzen Abhandlungen in Gesprächsform der Landbevölkerung den Nutzen der Wetterbeobachtung für die landwirtschaftliche Arbeit nahe zu bringen. 38

Der Artikel zum nützlichen Gebrauche der Wetterbeobachtungen im ersten Stück des Blattes nimmt immerhin fast sieben Seiten des so reichlich nicht bemessenen Raumes ein. Sodann folgt eine "Nähere Anzeige von dem künftigen Inhalte dieser Blätter", in der Tietz Funktion und Umfang der einzelnen Rubriken bestimmt, sich besonders auch Gedanken über das Verhältnis der traditionellen, zum Intelligenzblatt gehörenden Nachrichten zu den praktisch-aufklärerischen Teilen macht. Die Rubrik "Sachen die gesuchet, angebothen oder angezeiget werden" solle alles das enthalten, was "die menschliche Bedürfniß vor itzt erfodert", und, so hofft Tietz, könne vielleicht der kürzeste Teil werden, "wenigstens werde ich ihn, zum Besten der hiesigen Liebhaber und der Auswärtigen, nicht sehr anwachsen lassen". 39

Eine solche Aussage ist sicher nicht nur angesichts eines heutigen, Anzeigen illustrierenden Journalismus bemerkenswert, denn immerhin brachte eine kurze Nachricht im Wittenbergschen Wochenblatt 2, eine längere 4 oder 8 Groschen ein. Ähnlich skeptisch steht Tietz auch der die Leserneugier befriedigenden Rubrik "Angekommene und durchgegangene Standespersonen und Fremde" gegenüber; für den Augenblick solle auf sie nicht verzichtet werden, doch sei sie sicher die entbehrlichste. 40 Zum Kompromiß zwar bereit, um den gewünschten Intelligenzblattcharakter des Blattes nicht gänzlich aufzugeben, wird hier doch selbstbewußt verkündet, daß man Zugeständnisse an "unvernüftige" Leserbedürfnisse nicht zu machen gewillt sei. Als letzter der traditionellen Intelligenzblattbestandteile wird schließlich die regelmäßige Verzeichnung der Preise in Wittemberg angekündigt, mit der dem Wirtschaftshistoriker eine erstklassige Quelle zur Verfügung steht.

Deutlich liegen Tietz die regelmäßigen Rubriken seines Blattes in der Reihenfolge am Herzen, in der er sie dem Leser darbietet. Den schon erwähnten Wetterbeobachtungen folgen die "Physikalisch-ökonomischen Aufsätze und Anmerkungen", die durchweg etwa die Hälfte des im Blatt zur Verfügung stehenden Platzes einnehmen. Die hier abgehandelten Materien sind es, die das Wittenbergsche Wochenblatt ebenso wie die inhaltlich ähnlich gestalteten Intelligenzblätter als Medium der praktischen Aufklärung erscheinen lassen. Das seit den fünfziger Jahren allenthalben beobachtbare Bestreben, Verbesserungen in der Volkswirtschaft und zuerst in der Landwirtschaft durchzusetzen, die neuen Erkenntnisse der Naturwissenschaft praktischem Nutzen zuzuführen und aufklärerisches Gedankengut über den engen Kreis der aufklärerisch denkenden Gebildeten hinaus zu den arbeitenden Ständen zu tragen, hat sich unter Zuhilfenahme der alten Form des Intelligenzblattes ein Forum geschaffen, das dem Erfahrungsaustausch ebenso dient wie der Propagierung des neuen Engagements. Für das Entstehen einer bürgerlichen Öffentlichkeit und Selbstverständigung sind gerade diese Zeitungen von größter Bedeutung. Eine vorbürgerliche Schicht von Gebildeten, von Verwaltungsbeamten und Gelehrten, von Geistlichen, Medizinern, Juristen und auch einer Reihe Personen von Stand tauscht hier über die Grenzen der deutschen Länder ihre Erfahrungen aus und konstituiert sich einig im gemeinsamen Wollen zur real noch so weit entfernten Nation.

Große Worte sind das, so mag es scheinen, wenn man die nüchternen Überschriften liest, denen oft lange, manchmal interessante, häufig aber auch fade Abhandlungen folgen, denen heute nur noch wenig Interesse abzugewinnen ist. Einige Titel mögen die Breite des Themenkreises veranschaulichen; im ersten Jahrgang kann man "Von ungleicher Zeitigung der Früchte in den bergigten Gegenden" lesen, von "künstlichen Düngerarten, und Gewinnung genugsamen Mistdüngers", von "Mitteln kollernde Pferde aufzuhalten" oder "wie der Berberissaft die Stelle von Zitronen vertritt", man erfährt "vom nöthigen Anbau des Heidelandes, zu einem besondern Nutzen", von "Verbesserungen der Huthungen, für die Erhaltung des Viehes" oder wie "Leinewand in 7 oder 8 Tagen zu bleichen" sei, wie "Gute Stärke zu machen" und "eine schöne Farbe aus dem St.Johanniskraute" zu gewinnen sei. 41

Der Beispiele könnten über Seiten weitere gegeben werden. Diese Art der praktischen Lebenshilfe bleibt sich, wenn nicht etwa während der Hungerkrise gerade alle Kraft auf die Propagierung des Kartoffelanbaues und von Lebensmittelersatzstoffen gewandt wird, über alle Jahrgänge gleich. In ihr wird die Erfahrung als zentrale Kategorie der Aufklärung sichtbar; noch die niedrigste Tätigkeit in der Land- oder Hauswirtschaft erscheint wert, auf ihre Verbesserung- und Vervollkommnungsfähigkeit hin untersucht zu werden. Wie ein Howard in fast manischer Besessenheit in ganz Europa von Gefängnis zu Gefängnis reist, um Mißstände und Verbesserungsmöglichkeiten auszumachen, 42 so ist vor diesen "ökonomischen Patrioten" 43 auch die profanste landwirtschaftliche Verrichtung nicht sicher, aus dem Dunkel der Gewohnheit gerissen zu werden. Und die Gelehrten sind stolz darauf, endlich der Studierstube entwichen und nützlich zu sein. Eine Haltung teilt sich hier mit, der Friedrich Nicolai zu Beginn der siebziger Jahre Ausdruck gegeben hat:

Der Bauer besäet das Feld, der Weber bereitet Zeuge, der Maurer bauet Häuser, der Kaufmann bringet die zur Notwendigkeit und Bequemlichkeit gereichenden Dinge zusammen. Sie tragen jeder durch ihren Fleiß das Ihrige zum gemeinen Besten bei, und auch die Gelehrten werden durch sie genähret, bekleidet, vor den Ungemächlichkeiten des Wetters bewahrt und mit Bequemlichkeiten versehen. Sollten die Gelehrten nun das Recht haben, ihre Einsichten beständig nur unter sich zu behalten und sie nie dem geschäftigen Teile der Nation für die Wohltaten, die sie täglich von ihm empfangen, mitzuteilen? 44

Für viele Gelehrte ist diese Frage schon in den fünfziger Jahren praktisch entschieden, und so ist auch Tietz besonders stolz auf die praktisch nutzbaren Teile seines Blattes, die so gewählt worden seien, "daß sie mehr Erfahrung, als speculative Gedanken gewesen", und deren Verfasser zufrieden seien, "wenn sie in ihrer Gegend umher nur einigen Nutzen gestiftet haben". 45

Neben den zahllosen unmittelbaren Hinweisen und Ratschlägen sind unter der Rubrik "Physikalisch.ökonomische Aufsätze und Anmerkungen" in ähnlich großer Zahl auch Abhandlungen zu finden, die der Diskussion um die weitere gesellschaftliche Entwicklung dienen und teilweise auf einem Niveau der Reflexion stehen, das es verbietet, die im Wittenbergschen Wochenblatt versammelten Autoren als bornierte Propagandisten von Verbesserungen zu bezeichnen, die selbst bei mustergültiger Durchsetzung an den Grundstrukturen einer Gesellschaft nichts ändern konnten, in der die Bauern bei vollständigem Ausschluß von der politischen Willensbildung die Hauptlast der Staats- und Kirchenhaushalte tragen und auch noch die Privatschatullen ihrer Herren füllen mußten.

Über Dünger, Stallfütterung, Abschaffung der Brache und Empfehlung neuer Anbaumethoden wurde nicht vergessen, daß die wirtschaftliche Emanzipation der Bauern zwar auch durch die Veränderung der landwirtschaftlichen Produktion zu erfolgen hatte, daß ihr aber bedeutende Interessen anderer Stände im Wege waren. Ob in einem Aufsatz über die "Nothwendigkeit billiger und gleichförmiger Preise des Getraides" etwa das egoistische, auf Kosten der Landbevölkerung gehende Wirtschaftsverhalten der Zünfte angeprangert wird 46 oder ob das Eigentum der Bauern am von ihnen bebauten Boden gefordert wird: Stets befanden sie sich selbst bei diplomatisch und moderat vorgetragenen Vorschlägen zur Verbesserung der bäuerlichen Situation im Gegensatz zu sehr mächtigen Interessen.

Es ist bekannt, wie sehr der große Friedrich die Leibeigenschaft verachtete - sie abzuschaffen gegen den Adel, der den Kern seiner Armee stellte und Stützpfeiler seiner Herrschaft war, vermochte er nicht. Wenn auch die Situation in den einzelnen deutschen Landen sehr unterschiedlich war und anfänglich viele Obrigkeiten die Bemühungen um die Verbesserung der Landwirtschaft unterstützten, so ist doch im Ganzen nachdrücklich festzustellen, daß trotz aller Bravheit mancher frühen Bauernaufklärer hier eine Bewegung ihren Anfang nahm, welche die Grundfesten des spätabsolutistischen Staates in Frage stellen oder scheitern mußte. In zahlreichen Schriften und Zeitungen, nicht nur im Wittenbergschen Wochenblatt, findet sich ein Engagement, das vorwiegend gespeist durch den Physiokratismus, gemischt mit Mitleid und Menschenliebe - "Zuweilen seufzet der Landmann insgeheim; er sieht schon im voraus, daß er mitten unter den Gütern, die er einsammlet, verschmachten wird" 47 - früh zu dem führte, was als Radikalisierung der Gesellschaftskritik bezeichnet wird und gemeinhin als Kennzeichen erst der Spätaufklärung gilt. Zwei gern zitierte Motti für das aufklärerische Engagement findet man zu Beginn der zweiten Jahrhunderthälfte, beide sind von Gellert formuliert worden:

Die Kunst sey noch so groß, die dein Verstand besitzt, Sie bleibt doch lächerlich, wenn sie der Welt nichts nützt. 48

Lasset uns nicht schämen, Lehrer des gemeinen Mannes abzugeben; Denn Was wir sind und mehr, das würden diese seyn, Wenn sie, wie wir, erzogen wären. Uns kann die Welt sehr leicht, sie aber nicht entbehren. 49

Wenn hier von einem in den Intelligenzblättern zu findenden Engagement gesprochen wird, das sich mit wichtigen Grundlagen der damaligen Gesellschaft konfrontiert sah, dann soll das nicht dem Mißverständnis Vorschub leisten, die hier schreibenden Autoren hätten sich mit ihren Zielen bewußt im Gegensatz zu der von ihnen vorgefundenen Ordnung gesehen. Abgesehen davon, daß in einer Region wohlfeil zu kritisieren war, wovon man in einer anderen besser schwieg, findet sich auch in den Intelligenzblättern von seichtem Palavern etwa über bäuerliche Charakterfehler bis zum grundlegenden Nachdenken über essentielle Hindernisse der eigenen Bestrebungen die ganze Palette der aufklärerischen Argumentation. Daß das Wittenbergsche Wochenblatt eher zu den Intelligenzblättern gehörte, in denen freimütig und gründlich nachgedacht wurde, mag die Rezension einer ökonomischen Schrift zeigen, die 1771 unter dem Titel Der schlesische Landwirth mit patriotischer Freyheit erschien. Der satirischen und genüßlichen Schilderung bäuerlicher Unzulänglichkeiten hält der Rezensent die Frage entgegen:

Wie viel tausend Fehler in der Landwirthschaft sind möglich und gänzlich unheilbar, weil der Bauer als ein Leibeigener arbeitet und seine Verachtung weis? Wie viel tausend Fehler geschehen nicht, bloß weil es dem Landmanne an Unterricht fehlet und die Dorfschulen elend aussehen u.s.w. Das sind ja keine Sachen für die Satyre, sondern für das Mitleiden. 50

Und auf das Ausweichen vor allen grundlegenden Fragen mit der Begründung, die Pflichten eines Untertanen verböten die Behandlung, weiß das Wittenbergsche Wochenblatt auch eine passende Antwort:"O! wer in solchen unschuldigen Sachen noch so kriechend denket, der lasse doch die patriotische Freyheit vom Titel weg." 51 Entsprechend stehen im Wittenbergschen Wochenblatt Diskussionen im Mittelpunkt, wie beispielsweise Handelshindernisse abgebaut werden könnten oder die Gewerbefreiheit durchgesetzt werden könnte, um den Bauern ökonomische Anreize zur Änderung ihres Wirtschaftsverhaltens zu geben. 52 Die Erziehung des Bauern zu ökonomischem Denken, so weiß man, die Anreizung seiner Bereitschaft zu Veränderungen und zur Aufgabe alter Gewohnheiten mußte ohne die Schaffung günstiger gesellschaftlicher Rahmenbedingungen erfolglos bleiben.

Gleichwohl aber bleibt es während aller Jahrgänge ein zentrales Thema der Wittenbergschen Wochenblätter, auf welchen Wegen und mit welchen Mitteln die bäuerliche Bevölkerung angesprochen und zur Änderung ihres Wirtschaftsverhaltens bewegt werden könnte. Dem Mittel der Druckerpresse zur unmittelbaren Bauernaufklärung steht man eher skeptisch gegenüber, auch wenn gelegentlich einmal berichtet wird, die eine oder andere ökonomische Schrift werde auch vom "gemeinen Landmann" gelesen und habe wohltätige Wirkungen. 53 Ebenso erscheint der Vorschlag zu einer Dorfbibliothek eher als Zukunftsmusik:

Es würde sehr nützlich seyn, wenn man, auf untrügliche Erfahrungen gegründete, kurze Abhandlungen vom künstlichen Wiesenbau, vom Flachs- Hopfen- Tabacks- Röthe- und andern Farbekräuterbaue; ferner von der Viehzucht und dessen Wartung mit einem Vieharzneybüchlein, von der Schafzucht, von der Baumzucht; ferner ein Kräuterbüchlein, solche daraus nebst ihren Kräften zu erkennen; hiernächst Abhandlungen vom Torfe und Mergel, vom Seidenbaue, der Bienenzucht u.s.w. hätte, welche sich die Gemeine nach und nach aus den Gemeinegeldern anschaffen, beym Richter, Schulzen, oder an einem andern sichern Orte, besonders verwahren, und bey Zusammenkünften nachschlagen könnte. Dem Zeit- und Geldverderblichen Spiele würde dadurch vorgebeuget,viele Zänkereyen und Schlägereyen vermieden, und die wirthschaftlichen Wissenschaften und Erfahrungen dadurch erweitert werden. 54

Im ganzen herrscht im Wittenbergschen Wochenblatt die Überzeugung vor, ökonomische Schriften und Periodika seien vorwiegend ein Mittel in der Hand der Gebildeten und besonders der Geistlichen oder der wohlhabenden Landwirte und Gutsbesitzer, um durch diese mittelbar auf die bäuerliche Bevölkerung zu wirken. Die wenigsten Bauern, die zu einzelnen Verbesserungen hätten beredet werden können, seien dazu durch die Lektüre ökonomischer Schriften gekommen:"Allein, das sollen sie auch nicht thun. Genug, wenn es unter hunderten nur einer thut. Die Macht der Beyspiele, besonders wo es auf gleich zu übersehenden Profit ankömmt, ist alsdenn schon hinlänglich, eine Sache gemein zu machen." 55

Ökonomischen Anreiz und das zur Nachahmung anspornende Beispiel also wollten die Pioniere der Bauernaufklärung als die dem bäuerlichen Charakter angemessensten Mittel ökonomischer Verbesserungen eingesetzt sehen. In langen Abhandlungen wird besonders darüber diskutiert, welche Voraussetzungen zu erfüllen seien, damit die Geistlichen zu Vermittlern aufklärerischen Gedankengutes tauglich würden und dazu in der Lage seien, auf ökonomischem Gebiet die ihnen zugedachte Beispiel- und Vorbildrolle einzunehmen. In ausführlichen "Betrachtungen über den Werth und Unwerth der itzigen ökonomischen Zeiten" kann man "unsere alten Vorfahren" nicht genug loben, "daß sie des Lehrstandes Erhaltung auf dem platten Lande auf ökonomischen Fuß gesetzt" hätten. 56

Eine gar zu starke Beschränkung der Seelsorgerausbildung auf theologische Fragen und mangelhafte Vorbereitung auf die Rolle als Hausvater und Vorsteher eines landwirtschaftlichen Betriebes muß man zwar konstatieren, gleichwohl hat man mit dem Geistlichen die bis in das neunzehnte Jahrhundert hinein wichtigste Person für die Volksaufklärung entdeckt. Immer hält man sein Engagement für weit wichtiger und folgenreicher als etwa den Einsatz literarischer Mittel, die trotz eifrigen Schreibens der Aufklärer stets als Notbehelf begriffen wurden, der dort einzusetzen war, wo die Tätigkeit des Geistlichen oder eines anderen Gebildeten ergänzt werden mußte oder noch ganz fehlte. Und wie für die deutsche Aufklärung insgesamt gilt, daß sie sich nicht gegen, sondern mit der Geistlichkeit und wichtigen Teilen der Kirche entwickelte, so ist dies für die Popularaufklärung noch augenfälliger. Mehr als die Hälfte der Verfasser von ökonomischen Schriften, die ausdrücklich den Bauern als Adressaten bennen, sind Geistliche, in den ökonomischen und landwirtschaftlichen Gesellschaften spielen sie eine ebenso herausragende Rolle wie als Beiträger in den Intelligenzblättern, und seit den achtziger Jahren sind sie die wichtigsten Verfasser von unterhaltsamen "Büchern für das Volk". 57

Neben der unmittelbaren Einflußnahme erhoffte man sich in den Intelligenzblättern noch auf vielfache Weise Erfolge bei der Ansprache der bäuerlichen Bevölkerung. Man diskutierte die Wirkungsmöglichkeiten und die inhaltliche wie formale Gestaltung von ökonomischen Schriften, 58 mehrfach wurden Vorschläge für die Umgestaltung der traditionellen Bauernkalender gemacht oder solche Kalender empfehlend vorgestellt, 59 die Umsetzung musterhafter Bauern in Gegenden, wo das ökonomische Zeitalter noch nicht begonnen habe, 60 empfahl man ebenso wie das Reisen von Bauern, um landwirtschaftliche Erfahrungen zu sammeln. 61

Der Gedanke, Bauern sollten vor allem von Bauern selbst lernen, spielt zwar ebensowenig eine herausragende Rolle wie der, auch die Gebildeten sollten bei der Formulierung ihrer landwirtschaftlichen Vorschläge und Theorien zuerst die Erfahrungen des Landmannes berücksichtigen, 62 doch tauchen solche Überlegungen auch im Wittenbergschen Wochenblatt häufiger auf und stehen bei einigen frühen Bauernaufklärern wie Philipp Ernst Lüders oder Johann Friedrich Mayer sogar im Zentrum des Denkens. 63 Charakteristischer jedoch ist, daß die in den Intelligenzblättern versammelten Autoren sich als berufene Lehrer des "gemeinen Mannes" fühlen, die genau zu wissen vermeinen, welche Veränderungen dem allgemeinen Nutzen am zuträglichsten sind.

Zu den zahllosen Aufsätzen und Anmerkungen im Wittenbergschen Wochenblatt, deren Absicht die unmittelbare Nutzbarkeit ist, kommen Abhandlungen zur Naturgeschichte, die sich sowohl dem besonderen Interesse des Professors der Naturlehre, Johann Daniel Tietz, verdanken als auch die Kenntnisse des gebildeten Lesers vermehren, ihn eben auf "eine nützliche Weise zu unterhalten" beabsichtigen. Daß dabei - neben sehr nüchternen Darstellungen - zuweilen auch das Vergnügen des Lesers nicht zu kurz kam, mag die Auseinandersetzung mit einer Abhandlung zur Natur der Bienen zeigen. Kein anderes Tier galt ja dem Aufklärer so sehr als Verkörperung der neuen Tugenden, die in zahlreichen Bienenkatechismen - neben der Bienenzucht - auch dem einfachen Leser nahegebracht werden sollten. 64 Das Wittenbergsche Wochenblatt ist da skeptischer:"Da ich von Natur in ökonomischen Dingen sehr Geheimnißhungrig bin; so las ich diese Untersuchung in der gewissen Hoffnung, damit von dem Nutzen des menschlichen Geschlechts, um dessen willen Hr Thorley sein Buch geschrieben, auch eine gehörige Portion auf mich, Bienenfreund, kommen möchte." Doch sieht der rezensierende Bienenfreund sich getäuscht, statt neuer Erkenntnisse hat er ein euphorisches Lob der Bienen vorgesetzt bekommen:

Das 1ste Kapitel handelt von der Bienen Natur und Eigenschaften. Hier zeigt er ihre Ergebenheit gegen ihre Königinn, ihre Einigkeit, Muth, Geschicklichkeit im Arbeiten, Unschuld, Nüchternheit, Keuschheit, Reinlichkeit, gemeinschaftlichen Beystand, Vorsichtigkeit, Wachsamkeit,Liebe und Einigkeit. Meinem Bedünken nach wird jeder Hauswirth dieses ganze Kapittel dem ehrlichen Thorley schenken, welches sich in jedem Lebenslaufe eines guten Bürgers so gut, als in sein Bienenbuch, schickt. Ich habe meine Bienen nicht wegen ihrer Tugend, sondern wegen ihres Nutzens. Manches ist nicht einmal wahr. Die Bienen sind nüchtern heißt es, sie verschwenden ihren kostbaren Vorrath nicht mit Schmausen, Saufen und Wollüsten(...). Falsch! Herr Thorley. Die Kühe sind noch nüchterner, denn sie saufen Wasser und fressen Gras, und geben mir ihre köstliche Milch, ohne davon zu schmausen: Da die Bienen von ihrem eingetragenen Honig allezeit mit zehren, und oft als dem Bienenvater lieb ist. 65

Die Besprechung dieses aus dem Englischen übersetzten Bienenbuches ist zugleich ein Beispiel für die regelmäßige Anzeige "von nützlichen Büchern", die unter der Rubrik "Gelehrte Nachrichten" erscheint. Bei etwa zwei Dritteln der besprochenen Schriften handelt es sich um ökonomische Bücher, um Publikationen der verschiedenen ökonomischen und landwirtschaftlichen Gesellschaften, um aufklärerische Kalender oder um andere Periodika. Neben den Urteilen der Rezensenten sorgen ausführliche Auszüge für die Bekanntschaft der Leser mit den vorgestellten Schriften. In den Jahren 1768 bis 1780 werden allein knapp achtzig ökonomische Bücher besprochen, von denen sich so manches durch keine der einschlägigen Bibliographien nachweisen läßt, weil es entweder nur in einer bestimmten Region erschienen war oder nicht in den Buchhandel gekommen ist. Unter den vorgestellten Periodika finden sich allein im ersten Jahrgang 1768 das Leipziger und das Churbaierische Intelligenzblatt, die Hamburgische Neue Zeitung, die Hamburgischen Adreß- Comtoir-Nachrichten, das Hamburgische Magazin, die Strelitzer Anzeigen und die Göttingischen Policey-Amts- Nachrichten. 66 Für die Verlage und den Buchhandel muß der Rezensionsteil der Intelligenzblätter von großer Bedeutung gewesen sein, denn mit ihren stets aktuellen Besprechungen sorgten sie dafür, daß Neuerscheinungen auch dem Gebildeten in der Provinz schnell bekannt wurden.

Der Inhalt des Wittenbergschen Wochenblattes wäre damit weitgehend beschrieben, lediglich die Nachrichten "von der Wittenbergschen Universität und Stadt", mit denen etwa von Doktor- und Magisterpromotionen berichtet wurde oder die Themen der Universitätsvorlesungen bekannt gegeben wurden, sind noch zu erwähnen. Politische Nachrichten fehlen im Wittenbergschen Wochenblatt fast gänzlich, sind aber beispielsweise im Erfurthischen Intelligenzblatt während der sechziger und siebziger Jahre schon regelmäßig zu finden.


IV. Zur Bedeutung der Intelligenzblätter und zu ihrem Platz in der geistigen Landschaft der siebziger Jahre

"Wie so gar anders würden seine Urtheile ausgefallen sein, wenn er sich heruntergelassen hätte, den Mann in seiner Familie, den Bauern auf seinem Hof, die Mutter unter ihren Kindern, den Handwerksmann in seiner Werkstatt, den ehrlichen Bürger bei seiner Kanne Wein und den Gelehrten und Kaufmann in seinem Kränzchen oder seinem Kaffeehaus zu sehen!"
J.W.Goethe, Frankfurter gelehrte Anzeigen, 1772.

"Ich unterrede mich gern mit alten Landbauern, die mir noch sagen können, wie es um ihre Wirthschaft vor vierzig und fünfzig Jahren gestanden habe."
Wittenbergsches Wochenblatt, 1776, S.83.

Durchblättert man die Frankfurter gelehrten Anzeigen von 1772 und 1773, den Jahren also, da dieses Blatt den jungen "Stürmern und Drängern" als Rezensionsorgan diente, und schlägt man sodann das Wittenbergsche Wochenblatt auf, dann fällt es nicht leicht zu glauben, daß beide Blätter zu gleicher Zeit ihre Leser suchten. Teilten die Gebildeten des aufgeklärten Jahrhunderts sich tatsächlich in so stark voneinander getrennte Kulturkreise, daß Verbindungen fast nicht feststellbar sind? Für den Subskribentenkreis des Noth- und Hülfsbüchleins Rudolph Zacharias Beckers ist gezeigt worden, daß sich in ihm nur einige wenige Vertreter der "schöngeistigen Welt" finden. 67 Und wenn in den Frankfurter gelehrten Anzeigen über die "verhaßte Mittelmäßigkeit" hergezogen wird 68 oder man sich das "Geleier von Tugend" verbittet, 69 dann scheint es wirklich so, als habe man hier nur Spott übrig für die Ideale und Ziele, die im Wittenbergschen Wochenblatt so eifrig verfochten und verfolgt werden.

Umgekehrt wird man im Wittenbergschen Wochenblatt vergeblich suchen, was die Autoren der Frankfurter gelehrten Anzeigen interessiert und beschäftigt. Nicht eine einzige Besprechung eines kunsttheoretischen oder belletristischen Werkes findet man hier. Wäre da nicht ein Aufsatz über die "Zuläßigkeit der Schauspiele in Universitätsstädten", 70 käme man überhaupt nicht auf die Idee, die Zunft der Schriftsteller habe zu Beginn der siebziger Jahre auch noch etwas anderes hervorgebracht als ökonomische Schriften und gelehrte Rezensionsorgane. Die Abschottung des Wittenbergschen Wochenblattes gegen andere und neue geistige Tendenzen ist perfekt; der Leser erfährt ausschließlich, was das eigene Denken bestätigt und die eigenen Ziele befördert. Das Nachlaßverzeichnis des Pfarrers Brion - der Vater der Sesenheimer Liebe Goethes gibt über eine umfangreiche Bibliothek Auskunft, in die sich aber nicht ein einziges Werk schöngeistiger Literatur eingeschlichen hat. Ähnlich darf man sich vielleicht das Interesse der Beiträger zum Wittenbergschen Wochenblatt vorstellen. Eine Art von "mittleren" - durchaus nicht immer mittelmäßigen - Gelehrten versammelt sich hier mit Geistlichen, die sich mit ihrem neuen Interesse für den Alltag und das praktische Leben begnügten.

Und doch gibt es zwischen den jungen "Stürmern und Drängern" der Frankfurter gelehrten Anzeigen und den Vertretern einer praktischen Aufklärung im Wittenbergschen Wochenblatt mehr Gemeinsamkeiten, als nach den so verschieden scheinenden Interessen zu vermuten wäre. Wenn Goethe schreibt,die Rezensionen der Jahre 1772 und 1773 gäben einen vollständigen Begriff von dem Zustand der damaligen Gesellschaft und ein "unbedingtes Bestreben, alle Begrenzungen zu durchbrechen", sei bemerkbar, 71 dann ist da sicher keine Gemeinsamkeit festzustellen mit dem zwar beharrlichen,doch zuweilen auch behaglichen Bestreben zu verbessern und zu vervollkommnen, dabei aber die durch die feudal-absolutistische Ständegesellschaft gesetzten Grenzen nicht zu verletzen. Man fühlt sich verantwortlich für das Wohlergehen der Mitbürger und - das ist neu - für das des "gemeinen Mannes", man ist ehrlich bemüht, die ihn drückende Last zu mildern, doch hat man sich auch eingerichtet in einer Gesellschaft, deren Widerstände gegen das aufklärerische Verbesserungswerk man wohl spürt, aber auch überwinden zu können meint.

Eine wichtige Gemeinsamkeit aber, die mit der weiteren Entwicklung Johann Georg Schlossers auch durch eine Person aus dem Kreis der "Stürmer und Dränger" repräsentiert wird, kann in der Forderung gesehen werden, die Grundlage der Dichtung müsse Erfahrung der Wirklichkeit und das praktische Tun des Schriftstellers und des Gebildeten sein. Die Aufforderung, den Bauern auf seinem Hofe aufzusuchen, mag häufig nur rhetorisch gewesen sein, das Gefühl des Hingezogenseins zu den einfachen Menschen lediglich neuen Schwung in die Literatur gebracht haben, sonst aber folgenlos geblieben sein, doch wenn Goethe etwa über Vaterlandsliebe und Patriotismus schreibt, nicht auf den Boden komme es dabei an, sondern die Verhältnisse eines Volkes bestimmten Nationen, und in diesem Sinne hätten Juden mehr Nation und Patriotismus als hundert leibeigene Geschlechter, 72 dann ergeben sich wichtige Anknüpfungspunkte zu dem Engangement der praktischen Aufklärer, denen es so sehr um eine Umgestaltung dieser Verhältnisse und um eine Einbeziehung des bäuerlichen Teils der Bevölkerung in die Nation ging. Johann Georg Schlosser gab mit seinem Katechismus der Sittenlehre für das Landvolk ein Beispiel dafür, welche praktischen Konsequenzen das Denken seines Schwagers Goethe und der "Stürmer und Dränger" haben konnte. 73

Naturgemäß sieht besonders die Literaturgeschichte die deutsche Entwicklung zur Nation vorwiegend durch die Literatur repräsentiert, die sich zur Nationalliteratur nicht zuletzt dank der Frankfurter gelehrten Anzeigen und des mit diesem Blatt verbundenen Kreises von Schriftstellern entwickeln konnte. Die Bedeutung der Literatur soll nicht in Frage gestellt werden, doch drängt sich bei der Lektüre der gemeinnützig-ökonomischen Intelligenzblätter die Feststellung auf, daß auch ihr Beitrag zur Herausbildung einer Nation nicht ganz unbedeutend gewesen ist. Und zwar beschränkte sich dieser Beitrag nicht allein auf das nicht gering zu schätzende Wirken für eine allgemeine Zeitungslektüre, durch die eine breitere Anteilnahme an den öffentlichen Angelegenheiten erst möglich wurde, sondern er besteht vor allem darin, den in den verschiedenen deutschen Regionen vereinzelt wirkenden, aufklärerisch engangierten Gebildeten und deren Vereinigungen ein Mittel der Kommunikation zur Verfügung gestellt zu haben.

Die Intelligenzblätter von der Art des Wittenbergschen Wochenblattes gehen davon aus, daß "alle ökonomischen Verbesserungen" auf den "unumstößlichsten Grundsätzen der Menschen- und Vaterlandsliebe, des Patriotismus, der Rechtschaffenheit, ja den geheiligsten Pflichten gegen den Nächsten, gleich als auf so vielen Grundsäulen ruhe".Ausdrückliches Ziel nun ist es, "dergleichen edle Gesinnungen""nationalmäßig" werden zu lassen, ja am Ende der sechziger Jahre sieht man den Zeitpunkt bereits gekommen, da das seit zwei Jahrzehnten dauernde Engagement sich auf die ganze Nation übertragen hat. 74

Die Intelligenzblätter verstehen sich als Propagandisten des aufklärerischen Engagements ebenso wie als Foren des Erfahrungsaustausches über die Grenzen der deutschen Kleinstaaten hinweg. Ein dichtes Netz der Kommunikation ziehen sie und leisten einen bedeutenden Beitrag zur Herausbildung einer aufgeklärten Öffentlicheit. Durch sie werden wichtige neue Schriften ebenso schnell und wirksam bekannt wie sie die Tätigkeit einzelner ökonomischer und landwirtschaftlicher Gesellschaften würdigen und einzelne Bauernaufklärer wie etwa den Glücksburgischen Domprobst Philipp Ernst Lüders vorstellen. Damit diesem Mann mit seinem guten halben Hundert ökonomischer Schriften auch der Gebildete in Mitteldeutschland oder Bayern nacheifere, heißt es:

Das Lehrreichste aber für Auswärtige sind die Schicksale unseres Hrn Probstes. Die Vaterlandsliebe dieses ehrlichen Mannes ist bis zum Erstaunen groß. Er hat alles erfahren, was nur in der Welt im Stande ist, ein glücklich Genie von nützlichen Arbeiten abzuschrecken.(...) Es ist ihm, also die Verbesserung des Ackerbaues in seiner Gegend allein zuzuschreiben, und er zählt auf 33 ackerakademische Abhandlungen, welche er auf eigene Kosten den Landleuten in die Hände gespielet. Und dieser Handgriff ist ihm nach vielen Hindernissen wohl gelungen. Unterdessen kostet der Wohlstand seiner Brüder dem rechtschaffenen Probste beynahe sein ganzes zeitliches Vermögen, und er spricht von diesem erduldeten ökonomischen Martyrthume mit der größten Gleichgültigkeit.(...)Indessen ist es genug, daß der ehrwürdige Greis den völligsten Endzweck seiner seltenen Menschenliebe durch sich selbst erlebet, und seine Nation glücklich gemachet hat.(...) Das alte Rom würde diesem Patrioten eine Ehrensäule aufgerichtet und ihn aus dem öffentlichen Schatze schadlos gehalten haben. 75

Erst durch die Mittel der Druckerpresse konnte die praktische Aufklärung zu einer Bewegung werden, von der Gebildete in ganz Deutschland erfaßt wurden. Den Intelligenzblättern war dabei eine besonders wichtige Rolle zugedacht, denn durch sie sollten die neuen Vorstellungen allgemein werden. Daher lautete das Glaubensbekenntnis der Ökonomischen Patrioten:

Das äußerste Resultat(...), durch welches das ökonomische Studium seinen letzten und unschätzbaren Werth erhält, besteht lediglich in der zu vermehrenden Anwendung und Ausführung gemeinnütziger Verbesserungen unter dem größten Haufen arbeitender und erwerbender Mitbrüder.(...) Es ist nicht zu läugnen, daß diese Sache freylich eine sehr moralische Wendung bekömmt, da aller Zwang, aller Despotismus, alles rauhe Anfahren hievon wegbleiben muß. 76

Mit diesen Worten ist die demokratische Potenz der Bauernaufklärung angesprochen; zugleich aber auch die politische Bedeutung der ökonomisch-gemeinnützigen Intelligenzblätter, in denen ja politische Nachrichten fast vollständig fehlten. Indem ein Maßstab gegeben wurde, wie die Welt sein soll, anders und besser als die bestehende, kamen sie trotz subjektiven guten Willens, die Grenzen der feudal- absolutistischen Ordnung nicht zu überschreiten, mit ihren Verbesserungsvorschlägen und ihren Vorstellungen zur - zunächst sicher recht beschränkten - Emanzipation der bäuerlichen Bevölkerung schneller mit den Wächtern dieser Grenzen in Konflikt als ihnen lieb war. Und noch eines: Die für die Literatur des "Sturm und Drang" charakteristische, häufig eher schwärmerische Hinwendung zum einfachen Volk findet sich auch in den Intelligenzblättern - auf eine sehr nüchterne und praktische Weise allerdings.


Prof. Dr. Holger Böning
ZWE Deutsche Presseforschung
Universität Bremen
PF 33 01 60
D-28359 Bremen

Ins Netz gestellt am 10.04.2000.

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Erstpublikation: IASL 12 (1987), S.107133. Die Online-Version wurde von der Redaktion eingerichtet.


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Fußnoten

1 Wichtige Teile des Quellenmaterials zu dieser Untersuchung verdanke ich ebenso wie zahlreiche Anregungen zu diesem Forschungsgegenstand Prof. Gerhardt Petrat, wofür ihm an dieser Stelle gedankt sei.

Zum Forschungsstand und zur wichtigsten Literatur vgl. Gerhardt Petrat: Das Intelligenzblatt - eine Forschungslücke. In: Presse und Geschichte II. Neue Beiräge zur historischen Kommunikationsforschung. Deutsche Presseforschung, Bd.26. Hg.v. Elger Blühm und Hartwig Gebhardt. München 1986, S.207-231. Soweit es den Beginn des allgemeinen Zeitunglesens betrifft vgl. Holger Böning: Mündliche und publizistische Formen der politischen Volksaufklärung. Ein Beitrag zu den Anfängen des allgemeinen Zeitungslesens (ebd. S.259-285).   zurück

2 Vgl. zu diesem Verständnis von "Oekonomie": Wittenbergsches (gelegentlich auch: Wittenbergisches) Wochenblatt (künftig WiWo) 1776, S.95.   zurück

3 Vgl. dazu Gerhardt Petrat: Das Intelligenzblatt (wie Anm.1).   zurück

4 Ich arbeite an einer umfangreicheren Untersuchung und Biliographie dieser ökonomischen Schriften, soweit diese den Zweck hatten, den "gemeinen Mann" zu erreichen, und somit seit den fünfziger Jahren den Beginn der Bauernaufklärung markieren. Besonders die Vorreden dieser ökonomischen Schriften machen unweigerlich auf die Rolle der Intelligenzblätter bei der praktischen Aufklärung aufmerksam. Häufig wird darin auf Ankündigungen und Besprechungen einzelner Schriften hingewiesen.   zurück

5 Der Wirth und die Wirthin, eine oekonomische und moralische Wochenschriffft. Erstes Stück, 7.August 1756, S.2. Der erste Jahrgang dieser Wochenschrift (mehr offenbar nicht erschienen) ist gesammelt erschienen unter dem Titel Braunschweigische Sammlungen von Oekonomischen Sachen als des einzeln herausgekommenen Wochenblatts der Wirth und die Wirthin. Braunschweig und Hildesheim 1757. Es sei auf die Nähe dieser und anderer ökonomischer Wochenschriften zu den gemeinnützig-ökonomischen Intelligenzblättern hingewiesen. Der Inhalt ist frappierend ähnlich, nur fehlen die Nachrichten, die das Intelligenzblatt kennzeichnen.   zurück

6 Ebd.   zurück

7 Ebd. S.5.   zurück

8 Ebd. S.5f   zurück

9 Ebd. S.8   zurück

10 WiWo, unpaginierter Vorbericht zum Jahrgang 1769.    zurück

11 So etwa anläßlich einer Rezension der Auszuüge aus den Protokollen über die Versammlungen der drey Klassen bey der Churfl.Sächß. ökonomischen Gesellschaft zu Leipzig,WiWo, 1769, S.390-392. Hier: S.390.   zurück

12 So ebenfalls in einem Auszug aus Protokollen der Leipziger ökonomischen Gesellschaft, in denen eine "kurze und für den gemeinen Landwirth dienliche Anweisung, die Stein- und Erdarten zu erkennen und zu unterscheiden" vorgestellt wird. Ein "verständiger Landwirth und Besitzer eines Ackerhofes" tue gut daran, sich mit dieser Einteilung fleißig bekannt zu machen. WiWo, 1769, S.403.   zurück

13 So etwa WiWo, 1770, S.65f. und S.71f.   zurück

14 Vorerinnerung zum Jahrgang 1772 des WiWo.   zurück

15 WiWo, 1769, S.408. Der Kluge Hausvater, ein in der Tat schönes Beispiel für die Nutzlosigkeit so mancher ökonomischen Schrift, erschien 1768 in Leipzig.   zurück

16 Satire und Ironie als literarische Mittel der Volksaufklärung werden durchgehend erst am Ende des 18. und Anfang des 19.Jahrhunderts genutzt. Vgl. zu einem Beispiel Holger Böning: Heinrich Zschokke und sein "Aufrichtiger und wohlerfahrener Schweizerbote". Die Volksaufklärung in der Schweiz. Frankfurt/M. und Bern 1983.   zurück

17 Gedanken von den Würkungen ökonomischer Literatur auf den Landmann. In: Erfurthisches Intelligenzblatt vom Jahre 1772, Bd.4, S.408-409, S.429-430.   zurück

18 D. Christian Valentin Merkel: Wolgemeyntes Sendschreiben an die Erlauchte und Freye öconomische Gesellschaft zu St. Petersburg über die vollständigste Einrichtung und zweckmäßige Verbesserung Derselben hochberühmten Societät. Leipzig 1768.   zurück

19 Ebd. S. 122f   zurück

20 Abgesonderte Gedanken zum Aufnehmen der Dorfschaften insgemein. In: WiWo, 1772, S.157-160, S.169-172. Hier: S.160.   zurück

21 Ebd.   zurück

22 Ebd. S.169f   zurück

23 Ulrich Bräker: Tagebuch auf das Jahr 1779. Eintragung vom 20. Juli 1779. Ms 923a in der Vadiana St.Gallen.   zurück

24 Irene Jentsch: Zur Geschichte des Zeitungslesens in Deutschland am Ende des 18.Jahrhunderts. Leipzig 1937, S.139.   zurück

25 Erfurthisches Intelligenzblatt, Bd.3, 1771, S.53   zurück

26 Das Motto aus einer Rezension Goethes und Schlossers in: Frankfurter gelehrte Anzeigen, Nr.336, 90.Stück. Der zitierte Artikel in Braunschweigische Anzeigen, 1748, 44.Stück.   zurück

27 Giessische wöchentlich-gemeinnützige Anzeigen und Nachrichten, 1767, S.193.   zurück

28 Churbaierische Intelligenzblätter für das Jahr 1767, S.193.   zurück

29 Ebd. S.20.   zurück

30 WiWo, 1768, S.225.   zurück

31 Vgl. weitere ähnliche Untertitel bei Gerhardt Petrat: Das Intelligenzblatt (wie Anm.1).   zurück

32 Johann Hinrich Pratje: Landwirtschaftliche Erfahrungen zum Besten des Landmannes. Eine Wochenschrift. Altona und Lübeck 1768. Von diesem Wochenblatt scheinen nur 39 Stücke erschienen zu sein.   zurück

33 So etwa der als "Germanicus" häufig im Wittenbergschen Wochenblatt schreibende Pastor Germershausen, der auch als Autor einer dreibändigen Hausmutter große Beachtung fand.   zurück

34 Unpaginierte Vorrede zum 1.Jahrgang des WiWo, 1768 (S.3).   zurück

35 Ebd. (S.3f).   zurück

36 Eine solche Klage bei Merkel: Sendschreiben (wie Anm.18), S.126. Es heißt dort: "Uebrigens werden bey unsern deutschen Intelligenzblättern täglich viele Irrthümer und Fehler begangen. Es fehlet da noch sehr an der vernünftigen Direction derselben von solchen Personen, die es verstehen. Oefters haben diese Directores auch nicht Weltklugheit und Gewalt genug; und sie dürfen oftmals nicht so freymüthig schreiben, wie sie gerne wolten. Ich will mich aber hier nicht bey den verschiedenen Arten jener Fehler aufhalten. Ich sage nur noch, an einigen Orten hat man daraus eine Privatsache und Nahrungsgewerbe eines Buchführers und Buchdruckers, oder selbst des gewinnsüchtigen Directors - gemacht."    zurück

37 Unpaginierte Vorrede zum 1.Jahrgang des WiWo, 1768 (S.2).   zurück

38 Hier sei nur eines von mehreren Beispielen genannt: Philipp Ernst Lüders: Gespräch zwischen einem Prediger und einem Landmann, worin der Lauf der Witterung theils beschrieben, theils die Art, wie man denselben aufsuchen soll, gezeiget wird. Ans Licht gestellet von Philipp Ernst Lüders. Flensburg 1763.   zurück

39 WiWo, 1768, S.9.   zurück

40 Ebd.   zurück

41 Die Abhandlungen finden sich in der Reiehe der Nennung im Jahrgang 1768, S.9, 23, 62, 78, 98, 126, 151. Die Beispiele könnten auch aus anderen Intelligenzblättern über Seiten vermehrt werden.   zurück

42 Vgl. zu Howard den Aufsatz von Wolfgang Promies über diesen Reisenden durch die europäischen Zucht- und Waisenhäuser in: Reise und soziale Realität am Ende des 18.Jahrhunderts. Hg. v. Wolfgang Griep u. Hans-Wolf Jäger. (Neue Bremer Beiträge 1) Heidelberg 1983. Hier kommen das subjektiv vorhandene gemeinnützige Wollen dieses reisenden Aufklärers und die durch ihn bewirkten realen Verbesserungen zu kurz, der Blick wird allein auf die sicher vorhandene Besessenheit Howards gelenkt. Howard gehörte zu den beliebtesten vorbildhaften Figuren auch in der volksaufklärerischen Literatur. Vgl. etwa in: Zeitung für Städte, Flecken und Dörfer, insonderheit für die lieben Landleute alt und jung, 3.Stück, 1787, wo es heißt: "Es reiset ein Engländer in der Welt herum, er heißt Howard, er ist jetzt in Italien. Dieser Mann verdient Bewunderung, Hochschätzung und den Namen eines Helden. Er wagt Leben und Gesundheit, und opfert sich zum Besten des menschlichen Geschlechts auf. Er besucht Erziehungshäuser, Waysenhäuser, Krankenhäuser, Zuchthäuser und Gefängnisse in allen Ländern der Erde. Er will die Einrichtung und Beschaffenheit solcher öffentlichen Gebäude und Anstalten, wo viele Menschen bey einander wohnen müssen, genau kennen lernen; um auszuforschen, welches die leichtesten und sichersten Mittel sind, die Gesundheit so vieler bey einander lebender Menschen zu erhalten, sie vor Krankheiten zu verwahren und ihr Leben zu verlängern." Die Schärfung des Blickes für einen inhumanen Strafvollzug, den Howard bei seinen Zeitgenossen bewirkte, wäre eine eigene Studie wert, die vielleicht nicht nur die Frage stellt, ob seine Verbesserungsvorschläge den heutigen Vorstellungen entsprechen.    zurück

43 Die Bezeichnung "Ökonomische Patrioten" für die Mitglieder der schweizerischen ökonomischen und landwirtschaftlichen Gesellschaften ist üblich geworden durch Georg C.L.Schmidt: Der Schweizer Bauer im Zeitalter des Frühkapitalismus. Die Wandlung der Schweizer Bauernwirtschaft im achtzehnten Jahrhundert und die Politik der Ökonomischen Patrioten. 1.Bd. Bern 1932, 2.Bd. Bern und Leipzig 1932. Mir scheint diese Bezeichnung auch das Wollen und Wirken der deutschen ökonomisch-gemeinnützigen Aufklärer gut zu bezeichnen.    zurück

44 Zitiert nach der Ausgabe Friedrich Nicolai: Leben und Meinungen des Herrn Sebaldus Nothanker. Berlin (DDR) 1960, S.109f.   zurück

45 Unpaginierte Vorrede zum 1.Jahrgang des WiWo, 1768 (S.2).   zurück

46 WiWo, 1768, S.70-75.   zurück

47 Ebd. S.73.   zurück

48 WiWo, 1769, S.249.   zurück

49 Der Wirth und die Wirthin (wie Anm.5), 1.Stück, S.4.   zurück

50 WiWo, 1770(!), S.404-408. Hier S.407.   zurück

51 Ebd. S.406. Vgl. etwa die grundlegende Abhandlung: Betrachtungen über den Werth oder Unwerth unserer itzigen ökonomischen Zeiten. WiWo, 1770, S.401-408.   zurück

52 Vgl. WiWo, 1772, S. 11ff.   zurück

53 So etwa WiWo, 1769, S.111.   zurück

54 WiWo, 1772, S.170.   zurück

55 WiWo, 1770, S.404.   zurück

56 WiWo, 1770, S.412.   zurück

57 Die von mir erstellte Bibliographie zur volksaufklärerischen Literatur und Diskussion soll, soweit irgend möglich, auch die berufliche Tätigkeit der Autoren verzeichnen. Zunächst für die ökonomische Literatur, soweit sie für den "gemeinen Mann" gedacht war, läßt sich jetzt schon sagen, daß die geistlichen Autoren die wichtigste Berufsgruppe stellen.   zurück

58 Gedanken von den Würkungen ökonomischer Literatur auf den Landmann (vgl. Anm.17), und WiWo, 1774, S.175 und S.255.   zurück

59 So etwa WiWo, 1769, S.102, 205f., 408; 1770, S.415f.; 1772, S.93f.; 1773, S.338f., 344ff., 353ff.    zurück

60 Die Umsetzung musterhafter Bauern wird empfohlen in WiWo, 1772, S.171.   zurück

61 So etwa 1772, S.171f.   zurück

62 Eine Empfehlung, von den Landleuten zu lernen, in: WiWo, 1770, S.396f.   zurück

63 Philipp Ernst Lüders gehörte schon seit den fünfziger Jahren zu den rührigsten deutschsprachigen Bauernaufklärern. Er trat als Verfasser von mehr als einem halben Hundert Schriften auf, die teils direkt für den Landmann gedacht waren, teils zur Diskussion unter den Gebildeten dienten. Gemeinsam mit dem ähnlich aktiven Johann Friedrich Mayer, der in seinen Beyträgen und Abhandlungen zur Aufnahme der Land- und Hauswirthschaft nach den Grundsätzen der Naturlehre und der Erfahrung entworfen, Frankfurt am Mayn 1769-1783, Schwierigkeiten und Probleme der Bauernaufklärung auf hohem Niveau reflektierte, personifiziert er den Ausbruch des Gebildeten aus der Studierstube in das praktische Leben ebenso wie ein neues Selbstverständnis der Geistlichen.   zurück

64 Als eines von mehreren Beispielen sei genannt: Catechetische Anweisung zur Bienenzucht für die Gegenden am Niederrhein sonderlich für die Gülich- und Bergischen-Lande, Aus den besten Bienenbüchern und aus eigener Erfahrung entworfen von einem Mitgliede der fränkischen Bienen-Gesellschaft, Frankfurt am Mayn 1775.   zurück

65 WiWo, 1770, S.236f.   zurück

66 In der genannten Reihenfolge 1. S.34, 62,119, 329; 2. S.41; S.102; ebd.; 5. S.204; 6. S.211; 7. S.253. Das Motto aus einer Rezension von Charakteristik der vornehmsten europäischen Nationen. Aus dem Englischen. Leipzig o.J. 2 Theile, an der Goethe, Merck und Schlosser beteiligt waren. In: Frankfurter gelehrte Anzeigen, Nr.323, 86.Stück vom 27.10.1772.   zurück

67 Reinhart Siegert: Aufklärung und Volkslektüre.Exemplarisch dargestellt an Rudolph Zacharias Becker und seinem "Noth- und Hülfsbüchlein". Frankfurt am Main 1978, Sp.997.   zurück

68 Frankfurter gelehrte Anzeigen, Nr.255, 70.Stück, 1.9.1772. In der Rezension Goethes von: Gedichte von einem polnischen Juden. Mitau und Leipzig 1772.   zurück

69 Frankfurter gelehrte Anzeigen, Nr.84, 27.Stück, 3.4.1772. In der Rezension von: Vermischtes Magazin. Eine Wochenschrift. Bd.1, Leipzig o.J. (1774)    zurück

70 WiWo, S.309ff.   zurück

71 Johann Wolfgang von Goethe: Tag- und Jahreshefte. Werke, Berliner Ausgabe, 16.Bd. Berlin (Ost) u. Weimar, S.8.   zurück

72 Frankfurter gelehrte Anzeigen, Nr.149, 41.Stück, 22.5.1772, in der Rezension Goethes von Joseph von Sonnenfels: Ueber die Liebe des Vaterlandes. Wien 1771.   zurück

73 (Johann Georg Schlosser): Katechismus der Sittenlehre für das Landvolk. Frankfurt am Main 1771. Schlosser formuliert hier das Ziel eines Volkes von Rechtschaffenen und Tugendhaften. Der Katechismus soll Dorfgeistliche lehren, die Sittenlehre entsprechend dem Verständnis der Bauern einzurichten.   zurück

74 Gedanken über die Frage: Soll der Bauer auf Reisen gehen? WiWo, 1769, S.1-5, S.9-11, hier S.1. Vgl. zu diesem Thema Holger Böning: "Die Erd ist groß und überall/voll schöner Gottes Güter/und alle Menschen - Jud und Türk/und Christ - sind unsre Brüder." Zur Reisebeschreibung als literarischem Mittel der Bauernaufklärung. In: Reisen im 18.Jahrhundert. Neue Untersuchungen. Hg. v. Wolfgang Griep u. Hans-Wolf Jäger. (Neue Bremer Beiträge 3) Heidelberg 1986, S.125-151.   zurück

75 WiWo, 1769, S. 93f. Der Vorschlag zu einer Ehrensäule wird aus der ADB, Bd.7, 2.Stück, S.296, zitiert.   zurück

76 WiWo, 1769, S.2.   zurück