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NetArt: Tipps
(I)
in
English
Tipps:
Die Liste der Tipps enthält in Klammern Indices, welche die Art der
Medien- und Funktionenkombination dieser Projekte bezeichnen.
Schlüssel
der Indices
Sammeltipps:
- Sammeltipp
1-3: Interaktive Stadterfahrung mit digitalen Medien (Internet,
Mobiltelefon und Locative Media)
(Juni 2005 - November 2009)
- Sammeltipp
1: Stadterfahrung mit ortssensitiven Medien (Mapping), Teil
1, Teil
2 und Teil 3
(Juni 2005/ Dezember 2005/ Juni 2006/ November 2006/ September 2007)
- Sammeltipp
2: Spiele im Stadtraum (Pervasive Games), Teil
1, Teil
2 , Teil 3 und Teil 4
(Oktober 2005/ Dezember 2005/ Juni 2006/ Januar 2007/ Juni 2008)
- Sammeltipp
3: Fassaden und Telepräsenz (Installationen), Teil 1 und Teil 2
(Juni 2006/ Januar 2007/ November 2009)
Kurztipps:
- Dan Albritton/Marcos Weskamp: Newsmap,
2004: Der Visualisierungsalgorithmus des Programms Treemap
(Ben Shneiderman u.a., Human Computer Interaction Lab, University of
Maryland, ab 1990) wird in "Newsmap" zum Mapping von Google
News eingesetzt. Nachrichten mit vielen "related articles"
erhalten größere Rechtecke, die Links zu einer der von Google
News erfassten Nachrichten enthalten. Die hierarchische Struktur von
großen Rechtecken links oben zu kleinen Rechtecken rechts unten
stammt von "Treemap" und dient in "Newsmap" dazu,
die Häufigkeit der Meldungen über dasselbe Ereignis anzuzeigen.
Die Farben der Rechtecke markieren Nachrichtenarten wie Wirtschaft,
Technik oder Sport. Die Wahl der Länder (und Sprachen, siehe Leiste
oben), der Nachrichtenart und des Datums (unten) ermöglichen es,
Subkarten aufzurufen (Treemap, Flash. 6/2007).

- Ian Andrews: Ether-1,
2002: Der Index für audiovisuelle Flash-Animationen simuliert die
Sendersuche im Radio. Die Radioskala der Wellenfrequenz ist durch eine
vertikale Skala der Größe der Dateien in kBytes ersetzt.
Die Animationen nehmen Aspekte der musikalischen, literarischen und
künstlerischen Avantgarde auf. Das Interface weist auf das Massenmedium
Radio, das in den Anfängen dieser Avantgarden neben Zeitung und
Film vorherrschend war. Die Abstufung der kB-Skala von links nach rechts
gibt die Anforderung an die Kapazität des Mikroprozessors wieder,
mit der die Animationszeit unverzerrt wiedergegeben werden kann (Flash.
3/2003).

- Jim Andrews: Seattle
Drift, 1997: Das DHTML-Gedicht beschreibt sein eigenes Wegdriften.
Das Driften kann nur angehalten oder rückgängig gemacht werden,
beeinflussbar ist es nicht. Andrews´ Kommentare befinden sich
im Quellcode (3/2003).

- Mauricio Arango: Vanishing
Point, 2005: In einem Nachrichtenarchiv sind Meldungen über
Tagesereignisse gespeichert, über die in den sieben größten
Ländern der Welt in je ein bis zwei Tageszeitungen berichtet wurde.
Eine Weltkarte ("Peter´s Projection Map") zeigt in Graustufen,
über welche Länder wie viele Meldungen in den letzten 50 Tagen
im Nachrichtenarchiv gespeichert wurden. RSS Feeds der Tageszeitungen
liefern Kurzfassungen von Nachrichten, die chronologisch und nach Ländern
sortiert abrufbar sind (PHP Scripts, Flash. 6/2007. 10/2009 nicht mehr im Netz).

- Cory Arcangel: Data
Diaries, 2003: Mit Quicktime wurden die Daten, die im Januar 2003
täglich durch den Arbeitsspeicher liefen, in Farb- und S/W-Animationen
übersetzt. Gezielt anti-artistische Datenkonversion mit Ready-Made-Software.
Arcangels RAM-Videos wurden kontrovers
diskutiert (Quicktime. 3/2003).

- Michael Aschauer, Josef Deinhöfer, Maia Gusberti, Nik Thönen:
./logicaland, 2002: Das Weltmodell
mit Statistiken startete im "first run" mit Daten des Jahres
2000, die UserInnen manipulieren können. Ein(e) UserIn kann
mit seinen/ihren Eingaben keine für ihn/sie direkt erkennbaren Veränderungen hervorrufen,
da nur die Veränderungen aller UserInnen registriert werden (freie
Software: GNU GPL.
3/2003).

- Babel: Turnbaby,
2002: Thomas Alva Edisons experimentelle Tanzbewegungsstudien (zwei
Filme, Ende 19. Jhdt.) und ein Video von b´toch bet werden in
simultanen Kurzsequenzen und Stills vorgestellt. Video und Filme zeigen
kreiselnde Frauen. Laufende Bilder, Videosequenzen und durch Klick veränderbare
Simultanpräsentationen fügen sich zu Netzvarianten der Foto-
und Film-Montage. Die zur Kurzform reduzierte Historisierung des Zusammenhangs
zwischen Kulturen der Körperbewegung und Mediengeschichte ist auch
eine exemplarische Aktualisierung der im Netz verfügbaren visuellen
Möglichkeiten (HTML, Flash, Real Audio, JavaScript, Image. 3/2003).

- René Bauer/Beat Suter: Apple
in Space, 2004: Das Projekt erschafft Reinhard Döhls Apfelgedicht
von 1965 und Johannes Auers worm
applepie for doehl (1997) neu. Vom Apfel der Gedichte bleibt in
"Apple in Space" nur eine Umrisszeichnung aus Verbindungslinien
zwischen nummerierten Punkten. Die aktuellen Sucheingaben der Fireball
Livesuche (deutsches Suchsystem, Livesuche im fortlaufenden Reload)
`strömen´ im Streamfishing
von links nach rechts. Klicks auf die Worte führen zu Suchresultaten
in Fireball und angeklickte Worte erscheinen im Strom der Wörter
blau, während rote Worte "potentielle Würmer" (René
Bauer) sind: Gelangen diese in den Apfel, werden sie dort mit Begriffen
aus dem Umfeld der Datenbank mit Dateien der Website von Reinhard
Döhl (30 Zeichen im Text der Datenbank nach links und von dort
60 Zeichen nach rechts) `angereichert´. Wenn der Apfel gefüllt
ist, entlässt er die aufgefangenen Worte und das Worteauffangen
(als Fishing im Stream) beginnt von Neuem (Java. Das Flackern in PCs
verschwindet in Macs. 6/2007).

- Beasley, Mark: reply-all.org, 2008/Version II, 2009: Die Mailing List erleichtert das Schreiben von e-Mails, da sie Alternativen vorschlägt, wofür Texte der archivierten Mails als Resourcen eingesetzt werden. Die list.serv/mailing list-Software teilt einer Mail als Adressaten AutorInnen archivierter Mails nach Systemkriterien (Kriterien der Ähnlichkeit abgesandter Mails: Länge, Inhalt und die Häufigkeit gebrauchter Worte) zu. Die Vorschläge und die Adressierung verändern sich mit der Menge archivierter Mails. Archivierte Beiträge werden vom System modifiziert: Die Veränderungen werden mit eckigen Klammern markiert. Ein Bot generiert Twitter-Beiträge aus dem e-Mail-Archiv, die unter reply_all verfolgt werden können (Python, Javascript. 10/2009).

- Simon Biggs:
Babel, 2001: 3D Projektionen von Zahlen des (in Bibliotheken verwendeten)
Dewey Decimal Classification Systems sind durch Klickoperationen modifizierbar
- und erscheinen modifiziert, weil die Operationen anderer UserInnen
zu sehen sind. Klicks auf Zahlen öffnen Fenster zu ca. 1000 Websites,
die Biggs den Zahlen zugeordnet hat. Diese Sites werden dem hierarchischen
Gliederungssystem der Bibliotheken unterworfen. Der Fluss der Ziffernprojektionen
führt die unübersehbare Vielfalt verfügbarer Daten vor
und ermöglicht es gleichzeitig, in thematisch geordnete Websites
einzutauchen. Zwischen Unübersichtlichkeit und geordneter Vielfalt
sind die beiden Pole der Skala des Daten- und Imaginationsraums (3/2003).

- Brucker-Cohen, Jonah: Google Alert Loop, 2008: Google Nachrichten und Suchresultate können mit Google Alert als an die eigenen Interessen angepasste e-Mails empfangen werden. Brucker-Cohen leitet diese Meldungen weiter an einen Blog in Blogger.com (im Besitz von Google). Die in Google Alert bereits wiederholte Meldung wird im Blog noch einmal wiederholt und kann wiederum Inhalt des nur Google Services auswertenden Google Alert (und damit des Blog) werden. Die Strategie von Google, für die Verbreitung vieler Meldungen zu sorgen, wird in ihren Konsequenzen gezeigt: infinite Meldungsloops (10/2009).

- Büro Destruct/CUE/Humantools: Los
Logos, 2002: Um sowohl Logos von Großkonzernen als auch Signets
von kleineren Firmen und Geschäften zu archivieren, die in Folge
der Konzentration auf wenige Korporationen mit vielen Filialen verschwinden,
ist die Site Los Logos offen für Einsendungen von Aufnahmen, die
Logo- und Signet-Fundstücke zeigen. Diese werden mit Angaben zum
Fundort in eine virtuelle Logo-Stadt integriert. Die dreidimensionale
Simulation eines urbanen Kontextes aus real aussterbenden Logos dient
der Rekonstruktion der untergehenden lokalen Brechungen des Urbanen,
welche die Logo-Kultur nicht unwesentlich prägten (JavaScript,
Director). Ein Logo-Gedächtnis-Spiel erweitert die Design-Site
(JavaScript, Flash. 3/2003).

- Andrew C. Bulhak: The
Postmodernism Generator, 2000: Vom 25.2.2000 bis zum 18.8.2003 produzierte
der "Postmodernism Generator" 887238 Artikel. Er erstellt
mit jedem Abruf einen neuen Text. Bulhak verwendet seine Dada
Engine in einer von Joash Larios modifizierten Version, die Zufallsoperationen
in syntaktischen Rekursionen ausführt. Der Generator lässt
sich mit seiner Travestie postmoderner Theorie als Konsequenz des postmodernen
Pastiche verstehen. Als Folge dieser Konsequenz legt der Generator eine
Überschreitung des Denkrahmens `Postmoderne´ nahe (3/2003).

- Heath Bunting:
_readme.html, own, be owned or remain invisible, 1997: Ein Artikel
von James Flint in "The Daily Telegraph" über Bunting
dient als Textquelle, um vorkommende Begriffe xyz mit http://www.xyz.com-URL-Adressen
zu verlinken. Seit 1997 führen immer mehr dieser Links zu Websites.
Ein NetArt-Klassiker (3/2003).

- Ralf Chille: Capture
the Map, 2003: Ein/e SpielerIn kann gegen den Rechner oder gegen
andere SpielerInnen zu gewinnen versuchen. Für beide Parteien stehen
je 64 blaue oder orange Nadeln ("pins") am Spielanfang bereit,
die auf der Weltkarte nach Eingaben von Begriffen in Textfelder (links
für die blaue Partei und rechts für orange) plaziert werden.
Begriffe werden Orten mit Hilfe der NetGeo-Datenbank
der Cooperative Association for Internet Data zugeordnet. Wem es gelingt,
zuerst alle Nadeln zu plazieren, hat gewonnen. Wenn das Spiel vorher
beendet wird, zählt der erzielte Punktestand (gemessen in "sticks",
und bei gleichem Punktestand entscheidet, wer mehr "squares"
bzw. "fields" besetzt und gesichert hat ("saved fields",
siehe Introduction. Flash) (6/2007. 10/2009 nicht mehr im Netz).

- Nicolas Clauss: Le
Cri, 2002: UserInnen können den Ablauf der Aktionen von Stéphane
Copin und der Musik ("Piano Phenstec" mit Musik von Karlheinz
Stockhausen) durch schnellere oder langsamere Klickfolgen bestimmen...als
würden die Video-Layers beeinflussenden Klickbewegungen Lärmen
und Schreien erzeugen, als würde der Performer auf schnellere Klickfolgen
und lauter werdende Musik mit schnelleren Körperbewegungen reagieren,
als zwänge ihn ein anschwellender Schmerz dazu (Director, JavaScript.
3/2003, 6/2007).

- Wayne Clements: logo_wiki, 2007: WikiScanner von Virgil Griffith (2007) liefert die Daten für logo_wiki: Von den im WikiScanner erkennbaren Veränderungen von Wikipedia-Beiträgen durch anonyme AutorInnen, deren IP-Adressen sich zu Servern des Militärs, von Regierungen und zu Korporationen zurückverfolgen lassen, zeigt logo_wiki in Echtzeit die aktuellen an, und ersetzt das Wikipedia-Logo durch das Logo des Unternehmens oder der Institution, für das oder die geschrieben wird (Perl. 10/2009).

- Florian Cramer: Permutationen,
Frühjahr 1996-1998: Cramer offeriert Wortkombinationsmaschinen,
Proteusgedichte und andere literarische Zufallsverfahren in Web-Rekonstruktionen,
die das Spiel mit Zufällen fortzusetzen erlauben. So lassen sich
zum Beispiel das "Systema Infinitum" (Anonym, 1717) und Raymond
Queneaus «Cent mille milliards de poèmes» auch in
Cramers Webfassungen `erspielen´, während Tristan Tzaras
Anleitung «pour faire un poème dadaiste» mittels
Auswahl von Zeitungen, Eingaben von URL-Adressen oder Einschreibungen
in ein Textfeld ausgeführt werden kann. In "Here comes everybody"
liefert ein Textautomat nach der Wahl von Buchstaben Silben und nach
der Wahl von Silben Silbenkombinationen als Wortfindungen. Als Rekursionsquelle
zur Bildung von portmanteau-/Schachtelwörtern dient James Joyces
"Finnegans Wake" (Perl, freie Software: GNU
GPL. 3/2003).

- Douglas Davis: The
World´s First Collaborative Sentence, 1994: Der Klassiker der Netz-Mitschreibeprojekte
addiert die Beiträge wie ein Cadavre exquis. Es gibt keinerlei
Vorgaben, außer der Regel, dass Beiträge ohne Punkt enden
müssen. Das Programm, das für die Befolgung dieser Regel sorgt,
wurde von findigen UserInnen ausgetrickst. Die ca. 200.000 Beiträge
sind in (im August 2003: 21) Seiten eingeteilt worden (3/2003. Meldung
6/2007: Netzwerk-Zeitüberschreitung. Dokumentiert im Internet Archive 10/2010).

- Frédéric Durieu: Oeil
complex, 2000: In der interessantesten Arbeit der Werkgruppe oeil
pour oeil pour oeil verwandeln sich 3D-Augenkonstellationen durch
Cursorbewegungen auf überraschende Weise (Director). Durieu gibt
an, den Quellcode für dieses Beispiel "algorithmischer Poesie"
mit der Funktion 1/ (a+bi) in einem Tag geschrieben zu haben (Interview
mit Jim Andrews, Paris
Connection. 3/2003).

- Jonathan Feinberg/Marek Walczak/Martin Wattenberg: Apartment,
2001: Eingegebene Worte aus dem Wohnbereich werden zwölf semantischen
Kategorien zugeordnet, denen zwölf Wohnraumtypen entsprechen. Diese
Zuordnung ist die Basis für die Generierung von Wohnungsgrundrissen,
auf denen die Bezeichnungen der Wohnraumtypen sowie die eingegebenen
Begriffe erscheinen und die gespeichert werden können. Auf den
Grundrissen können eingegebene Begriffe auch animiert in Schlaufen
erscheinen. Wohnungen können aus dem Archiv über Karten ("Cities")
abgerufen werden, auf denen die gespeicherten Grundrisse in verschiedenen,
von ihren Eigenschaften bestimmten Anordnungen erscheinen. Suchsysteme
finden mit den eingegebenen Begriffen im Internet Bilder für die
Generierung dreidimensionaler Körper. BeobachterInnen können
sich durch die VRML-Körper bewegen und die eingegebenen Worte via
Text-to-Speech Software hören (Java, VRML-Dateien z. B. mit FreeWRL
oder Cortona und erstellte .wrl-Dateien öffnen in Firefox. 6/2007).

- Mary Flanagan: [six.circles],
2004: Zwei SpielerInnen schieben Dreiecke auf der Spielfläche übereinander
und bilden Hexagone. Drei Dreiecke pro Hexagon müssen mit einem
roten "x" infiziert werden, bevor sie mit zwei Kettengliedern
geschlossen werden können. Die geschlossenen Hexagone erscheinen
gelb. Zum Heilen zu stark infizierter Hexagone können grüne
griechische Kreuze eingesetzt werden. Das nach Punkten gewinnbare Spiel
wurde für die "Thank you" Show der Wooloo Organization
entwickelt, um Geld für ein HIV-Ausbildungszentrum in Khayelitsha/Südafrika
zu sammeln (Flash. 6/2007).
![[six.circles]](NATipp19.jpg)
- Ben Fry: Anemone,
2000: Die Webinstallation einer "Spielzeug"-Version von "Anemone"
führt die Struktur der Website der The
Aesthetics + Computation Group (ACG, MIT Media Laboratory, Leitung:
John Maeda) mittels einer Auswertung des User Logs vor. Die zweidimensionale
Visualisierung mit den wachsenden Verästelungen, die einem "reproduction
rule" folgen, und mit verschiebbaren, von einem "movement
rule" koordinierten Zweigen ist ein Beispiel für das Konzept
des Organic Information
Design. Das Projekt "Anemone" dient dazu, BeobachterInnen
die Orientierung in sich laufend verändernden und komplex strukturierten
Websites zu erleichtern. Die Dicke der weißen Verbindungen zeigt
die Häufigkeit ihres Abrufs an, während die orangenen Linien
die Wege der BeobachterInnen der ACG-Site präsentieren. Mit Klicks
auf Zweige und Linien öffnen sich die angezeigten URL-Adressen
(C++, OpenGL, Java. 6/2007).

- Guerillamarketing.it/molleindustria.it: where-next.com,
2005: Wer den Ort des nächsten Terroranschlags am präzisesten
vorhersieht, der gewinnt: SpielerInnen klicken auf einer Welt- und Satellitenkarte
den Standort an und wählen in dem Formular, das unter der Karte
steht, eine der sechs Arten des Anschlags. Wenn in 48 Stunden mindestens
10 Zivilopfer in Nichtkriegsgebieten gemeldet werden, dann gewinnt,
wer die präziseste Vorhersage gemacht hat (entscheidend: die Wahl
der Art des Anschlags und die Genauigkeit der Lokalisierung). SiegerInnen
werden gelbe T-Shirts zugeschickt, auf denen Ort, Zeit und eine Abbildung
des Anschlags zusammen mit dem Satz "I predicted it" aufgedruckt
sind. Gegen "political correctness" wird verstoßen,
um die kapitalistische Logik des "Gewinne ohne Rücksicht auf
Moral" und die Mittel der Unterhaltungsindustrie wie die Kombination
von Spiel, Spektakel und Gewalt an einem prekären Fall ad absurdum
führen zu können: Die realen Opfer werden im Spiel so wenig
berücksichtigt wie zum Beispiel von der Waffen- und Computerspielindustrie
(6/2007).

- Jonathan Harris: Universe,
2007: Das Projekt ermöglicht assoziatives Springen durch Tagesmeldungen
aus verschiedenen Zeitungen. Die Meldungen des amerikanischen News-Aggregators
Daylife lassen sich mit Stichworteingaben
abrufen. Ein Java-Applet bietet verschiedene grafische Möglichkeiten,
die gefundenen Meldungen in Zusammenhängen zu sehen: In "Shapes"
zum Beispiel erscheinen Schlagworte, als wären die Buchstaben Darstellungen
von Sternkonstellationen am Firmament. Nach dem Klick auf einen der
Begriffe kreisen die gefundenen Meldungen um eine Mitte, in der nach
einem weiteren Klick die gewählte Meldung erscheint, und der nächste
Klick auf diese Meldung ruft wiederum innerhalb des gewählten Zeitraums
("past day/past month/past year") weitere zum Titel (als Stichwortgeber)
passende Meldungen auf. Links führen zu den Quellen der Meldungen
in "Daylife" (Java, Processing. 6/2007).

- Tiffany Holmes: World Offset, 2008: Das Projekt animiert zum Einsparen von Kohlenstoff (CO2). Es bietet eine Liste an Einsparmöglichkeiten. TeilnehmerInnen können ihre geplanten Einsparungen bzw. Versprechen ("promise") anonym oder mit Username eintragen. Statistiken und eine Karte (Google API) zeigen den aktuellen Stand der Einsparungen an wenn die Versprechen der Realität entsprechen. Das Projekt erleichtert TeilnehmerInnen eine freiwillige Selbstinstruierung. Sie entscheiden, ob die Grenze von der Datenwelt zur praktizierten Ökologie überschritten wird (10/2009).

- Lisa Jevbratt/C5: 1:1(2),
1999/2001-2002: Die erste Database von 1999 bestand aus damals besetzten
IP (Internet Protocol)-Adressen, die mit Crawlern ermittelt wurden.
2001-2002 wurde die Database im Bereich der 1999 ermittelten IP-Adressen
aktualisiert. Die Adressenermittlung liess die Zugänglichkeit der
Adressen unberücksichtigt. Fünf Interfaces ermöglichen
verschiedene Zugänge zu den beiden Databases. Das Interface "Migration"
zeigt die zwischen 1999 (rot) und 2001 (grün) veränderte IP-Adressenvergabe
(3/2003).
![1:1(2) [migration]](NATipp23.jpg)
- Michael Joyce: Twelve
Blue, 1996: Die multilineare Erzählung besteht aus "8
bars" als horizontale Textlinien, die wiederum vertikal in "12
threads" unterteilt sind. 96 (12 x 8) Textsegmente sind durch 169
Links verbunden. In den Segmenten der mit Storyspace
(von Joyce in Pascal programmierte Software) entwickelten Hyperfiction
kehren Wasser- und Farbmetaphorik ("blue") in 12 Monaten ("12
threads" von Dezember bis November) wieder. Die "12 threads"
legen eine zeitliche Linearität in der Multilinearität fest
und Joyces Textsegmente lassen fortschreitende Handlungsstränge
erkennen (Heibach, Christiane: Literatur im Internet. Theorie und Praxis
einer kooperativen Ästhetik. Diss. Universität Heidelberg
2000, S.260-266. Storyspace. 3/2003).

- Carlos Katastrofsky: Area
Research, 2004: Erscheinen in Neighbourhood
Research (2004) nur zwei ip-Adressen als Nachbarschaft einer eingegebenen
URL-Adresse, so informiert "area research" über 20 umliegende
ip- und URL-Adressen. Hinter nicht wenigen dieser Links zu digitalen
Nachbarn stehen Webseiten, zu denen der Zugang "forbidden"
ist (6/2007).

- Mario Klingemann/Oleg Marakov: Islands
of Consciousness, 2006: Ein Index rechts zeigt in kleinem Format
die Bilder, die aus Flickr.com geladen und in großem Format als
filmischer Bildstrom präsentiert werden. Die Bildauswahl erfolgt nicht
rein zufällig: Mindestens ein Merkmal beziehungsweise "Tag"
muss das folgende mit dem vorangegangenen Bild teilen. Die visuellen
Effekte sind zufallsgeneriert. Die Musik wird aus einem Klangarchiv
(40 MB Soundsamples) generiert. Dieser Soundtrack beeinflusst die Abfolge
der sich wiederholenden Bilder und visuellen Effekte. Der Film entsteht
in Echtzeit im Rechner der BeobachterInnen, also sehen BeobachterInnen
vor verschiedenen Rechnern nie den gleichen Film (Flash, Flashr. 6/2007).

- Nick Knouf: MAICGregator, 2009: Die Firefox Extension ersetzt Links und Fotos auf akademischen Webseiten via Data Mining durch externe Links und Fotos, welche die Verbindungen zu Sponsoren aus militärischen Komplexen und industriellen Bereichen anzeigen. Außerdem wird die Suche nach Informationen über Trustees unterstützt ("Current Alternative News"). Mit einem Klick auf Refresh kann die ursprüngliche Webseite angezeigt werden (Freie Software: GNU GPL V3 mit Veränderungen. 10/2009).

- Steve Lambert: Add-Art, 2008: Das Plugin auf der Basis der Firefox Extension Adblock Plus (2006) ersetzt Werbung alle 2 Wochen durch neue Bilder von KünstlerInnen. Im Browser erscheint rechts oben ein rotes ADB-Logo. Ein Klick auf dieses Logo öffnet ein Menü, über das einzelne Add-Art-Elemente blockiert werden können (Perl, JavaScript, Open Source. 10/2009).

- Olia Lialina: My
boyfriend came back from the war, 1996: Die Seite ist zunächst
in zwei Frames unterteilt. Links erscheint ein Frame mit zwei Bildfragmenten
(ein Fenster und ein Paar) ohne Klickfunktionen. Der rechte Frame zeigt
zuerst Lialinas Porträt und teilt sich dann von Klick zu Klick
in weitere Frames mit Text- und Bildfragmenten. Zuletzt erscheinen lauter
schwarze Frames, bis auf zwei Frames links und rechts. Auf der linken
Seite bleibt der erste Frame unverändert, und rechts unten erscheint
Lialinas Name mit mailto-Link. Klassiker der Frames-Anwendung (3/2003).

- Michael Mandiberg: Oil
Standard, 2006; Real Costs,
2007: Das Firefox Plug-in "Oil Standard" ändert Preise,
die Webseiten in U.S. Dollar angeben, in aktuelle Rohölpreise (in
"Barrel"). Mit den Rohölpreisen auf dem Ölmarkt
ändern sich in Echtzeit die Warenpreise in "Barrel".
In "Real Costs" entwickelt Mandiberg das Plug-in 2007 weiter:
Es ersetzt Flugdaten in Websites von Fluglinien wie Orbitz.com, United.com
und Delta.com durch Berechnungen des CO2-Ausstoßes. Die Luftverschmutzung
von Reisen mit Bus oder Zug wird verglichen mit dem CO2-Ausstoß
von Flugzeugen, welche die gleiche Strecke zurücklegen (Firefox
Extension Greasemonkey. 6/2007).

- Pauline Masurel: Blue
Hyacinth, 2002: Vier Kurzprosa-Texte erscheinen in verschiedenen
Blautönen. Zwei vierfarbig unterteilte Quadrate bieten Klickflächen
zum Abruf der Texte. Die Texte sind in je 30 Stücke unterteilt.
Wenn der Cursor über einen als Ausgangspunkt gewählten Text
bewegt wird, werden laufend andersfarbige Textstücke integriert.
Im Quellcode erklärt Masurel die Integration von nummerierten Textstücken
in "slices" (Stir Fry Indices auf Basis der DHTML innerHTML
Methode). 1.152.921.504.606.846.976 Texte sind generierbar (3/2003).

- Molleindustria: Free Culture Game, 2008: In diesem Spiel mit offenem Ende sind die TeilnehmerInnen an Open Source Kulturen von VertreterInnen eingekreist, die an Urheberrechts- & Patentverwertungen interessiert sind. Die Spieltaktiken stehen stellvertretend für aktivistische Taktiken, einen Sieg der Kommerzialisierung von Urheber- und Patentrechten zu verhindern (Flash. 10/2009).

- Eduardo Navas: Traceblog, 2008: TrackMeNot wurde 2006 von Daniel C. Howe und Helen Nissenbaum entwickelt, um Data-Mining zur Erfassung privater Vorlieben ad absurdum zu führen: Die Firefox Extension erzeugt einen Überfluss an Suchanfragen, durch die eigene Logs und so auch die sie leitenden Vorlieben unerkannt bleiben. In Traceblog veröffentlicht Navas die Anfragen seiner von ihm mit dem Öffnen von Firefox gestarteten TrackMeNot-Anwendung in einer nicht leicht lesbaren und der Selbstdarstellung in Blogs entgegen gesetzten Art "to reference the actual form in which the logs would be stored in a database." So entsteht mit TrackMeNot in Blogger ein automatisierter Blog ein Gegensatz zum Überfluss an Blogs mit Meinungsäußerungen. Blogger gehört Google, deren Suchmaschine wird von den Suchanfragen überfüttert und deren Verwertung für Google Ads und andere Google Services wird zwecklos (10/2009).

- Nullpointer (Tom Betts): WebTracer, Version
1, 2001/Version
2, 2003: Version 2 des Browsers veranschaulicht die Links zwischen
Seiten einer Website in einem dreidimensionalen Diagramm: Das grafische
Gebilde aus Linien zwischen Kugeln verschiedener Größen und
Farben, welche die Rolle von Webseiten in der Struktur der Site anzeigen,
ist mit den Pfeiltasten drehbar und kann vergrößert sowie
verkleinert werden. Die Kugeln zeigen beim Überfahren mit dem Cursor
die Dateinamen der Webseiten an. In der ersten Version konnten diese
Webseiten mit einem Klick geöffnet werden, in der zweiten Version
geht dies nicht mehr. In den "Spider" der Version 2 wird eine
URL-Adresse einer Website eingegeben, um Dateien mit Daten über
die internen Links zu erstellen, welche der "Visualizer" für
die Erstellung des Site-Diagramms benötigt (nur für PC. OPENGL,
DirectX, C++. 6/2007).

- Josh On & The Futurefarmers: They
Rule, 2001/2004:
Mehrere Diagramme zeigen Machtverhältnisse, die sich aus der Verteilung
von Aufsichtsräten in Konzernen ergeben. Besonders leicht erkennbar
wurden in der ersten Fassung von 2001 solche Verbindungen bei der Karte
"Pepsi urs Coke". In der zweiten Fassung von 2004 lassen sich
personelle Verbindungen zwischen Korporationen durch Sucheingaben abfragen,
so zum Beispiel die Verbindungen zwischen "PepsiCo" und "Coca-Cola".
Die in Popups erscheinenden Daten der verschiebbaren Aufsichtsrat-Icons
sind von den AktivistInnen The
Futurefarmers gesammelt worden, um Transparenz für ökonomische
Machtverhältnisse zu erhalten und um dieses Wissen in Aktionen
einsetzen zu können. Karten wurden 2004 aktualisiert (Flash, PSP,
MySQL. 3/2003, 6/2007).

- Trevor Paglen/The Institute for Applied Autonomy (IAA): terminalAir,
2007: Das Projekt stellt auf einer Weltkarte den Flugverkehr des CIA
(Central Intelligence Agency, U.S.A.) zwischen kommerziellen Flughäfen
und Militärstützpunkten vor. Diese Flüge sind Teil eines
"extraordinary rendition program" und damit wichtiges Element
der Ausführung illegalen Kidnappings zum Zweck des Verhörs
von Verdächtigen mit Foltermethoden. Die "torture taxi data"
sind chronologisch abrufbar und werden aktualisiert (Flash. 6/2007).

- W. Bradford Paley: TextArc,
2002: Beziehungen zwischen Worten in literarischen Texten (exemplarisch
in Shakespeares "Hamlet" und in Lewis Carrolls "Alice´s
Adventures in Wonderland", aber auch in allen anderen eTexten des
Project Gutenberg) werden graphisch
als Linien in einem Oval dargestellt. Beispiel "Hamlet": Um
so häufiger Wörter vorkommen, um so heller erscheinen sie.
Wortumfelder (die Zusammenhänge, in denen sie wiederkehren) werden
von grauen geraden Linien dargestellt. "Pairwise Associations"
zeigt in lilafarbenen Bogenlinien die Reihenfolge der Wortvorkommen
im Text und in orangen bis roten geraden Linien die wiederholten Verwendungen
von Wortpaaren. Beziehungen zwischen Wortgruppen mit gemeinsamer Herkunft
lassen sich unter "Show concordance" (auch über die Alt-Taste
oder über Doppelklick) abrufen und werden mit geraden orangen Linien
präsentiert (Java. 3/2003).

- Dan, Phiffer/Mushon Zer-Aviv: ShiftSpace,
2006: Nach der Installation der Greasemonkey Firefox Extension, der
ShiftSpace Applikation (Version 09, 14.6.2007) und der Registrierung
können Webseiten annotiert werden und die Anmerkungen sind im Internet
auf der annotierten Seite abrufbar. Mit Shift- und Space-Taste wird
die Konsole aktiviert. Unter dem "§"-Zeichen erscheinen
die Annotationen, die von TeilnehmerInnen erstellt wurden. Eine Liste aktueller
Annotationen erscheint auf der Homepage des Projektes unter "latest
shifted sites". Mit der Shift-Taste lässt sich das Shift-Menü
mit den Buttons für Funktionswerkzeuge neben dem Cursor öffnen.
Mit "Notes Space" können Anmerkungen geschrieben und
mit "Highlight" markiert werden, während mit "Image
Swap" Bilder auf den Webseiten durch Bilder ersetzt werden können,
die vorher zum Beispiel in Flickr.com gespeichert wurden, und mit "Source
Shift" kann der Quellcode geändert werden (Firefox Extension
Greasemonkey, Javascript, PHP, SQLite, freie Software: GNU
GPL. 6/2007).

- Jason Rohrer: Passage, 2007: Die "Passage" des Lebens führen SpielerInnen sich in der Spielzeit von fünf Minuten vor. Spielfiguren und -feld erscheinen in 8 Bit Optik. Das Spiel kann mit einer oder zwei Figuren gespielt werden. Zunächst erscheint ein horizontaler Gang, der aber mit den Pfeiltasten für vertikale Bewegungen verlassen werden kann. Dies kann vor oder nach der `Begegnung´ mit einer weiblichen Figur geschehen, die in letzterem Fall die zuerst erscheinende männliche Figur begleitet. Wie immer gespielt wird: Es kann nicht verhindert werden, dass weibliche und männliche Figur nacheinander sterben (mit mtPaint und SDL Library. Applikation mit 4,9 MB zum Download für Windows, Mac, Linux und iPhone. 10/2009).

- John Simon Jr: Every
Icon, 1996/97: Beim Start beginnt das System alle Varianten der
Kombination weißer und schwarzer Quadrate in einem Raster mit
32 x 32 Quadraten durchzuspielen. Die Variationszeit bis zum Erreichen
der letzten Variation, wenn alle Quadrate schwarz sind, beträgt
bei dem mit Java programmierten System "several hundred trillion
years." Das Werk ist rechner-, nicht vernetzungsbedingt. Der Klassiker
der Computerkunst existiert in Varianten für Internet, Powerbook
Monitor und Palm Pilot (3/2003).

- Páll Thayer: On
Everything, 2006: Das Projekt kombiniert zwei Ressourcen: Fotos
von Flickr.com und Texte aus RSS Feeds von Blogger.com. Die Quellen
werden von Perl-Scripts ausgewählt und mit Hilfe weiterer Scripts
(in Perl und als Pure Data Patches) interpretiert. Sich aufbauende Zeichnungen
mit kolorierten Flächen als Interpretation von Fotos aus dem Flickr-Archiv,
Textproduktionen mit den Feeds-Quellen und mit Speech-Synthesis audiell
interpretierte Texte (.mp3-Strom) sind drei simultan wahrnehmbare Stränge
endlos fortsetzbarer Generierungen (Image Magick, Autotrace, Pure Data,
Perl, Processing, Java u.a. Open Source. 6/2007).

- Torre, Roxana: Personal
World Map, 2005: Auf einer Weltkarte, die Kontinente als graue Flächen
zeigt, können Hauptstädte der Welt durch Klick auf die gelb
markierte Lokalisierung ins Kartenzentrum versetzt werden. Am oberen
Kartenrand erscheint eine Leiste zur Bestimmung von Flugreisezielen
durch die Wahl der Flugdauer und der Preise der Flugtickets. Die dann
erscheinende Karte zeigt in konzentrischen Kreisen die Entfernungen
der erreichbaren Orte ("Anamorphic Mapping"). Außerdem
können auch Zeit oder Geld als Parameter der Kreise gewählt
werden. Wenn die erreichbaren Orte mit dem Cursor berührt werden,
erscheinen Reisepreis und -dauer (Flash, Python. 6/2007).

- UBERMORGEN.COM/Paolo Cirio/Alessandro Ludovico: GWEI
Google Will Eat Itself, 2005: Überweisungen von Google
an Konten der Inhaber von Webseiten für die Freischaltung von Fenstern
zur Nutzung durch das Textwerbung einsetzende AdSense-Programm werden
genutzt, um möglichst viel Geld zu verdienen, das in Aktien von
Google investiert wird. Die Aktien erhält die GTTP Ltd. (Google
To The People Public Company) und verteilt sie an die Öffentlichkeit
der NetzteilnehmerInnen. Ziel der Investitionen ist, Google aufzukaufen
durch nichts anderes, als durch die Gewinne, die sich mit Google
erzielen lassen: Die Index-Seite von gwei.org gibt den aktuellen Stand
der Aktien und ihren Wert an sowie die Zeit, die beim jetzigen Erwerbstempo
für den Besitz aller Aktien benötigt werden würde. Das
Verfahren, durch Klicks auf eine Webseite mit Googles Textwerbung eine
Serie von Robotern zu aktivieren, welche die Klicks in einem Netwerk
von Websites vermehren, hat die Rechtsabteilung von Google Germany zwar
dazu veranlasst, Hans Bernhard in einem Einschreiben
darauf hinzuweisen, dass die künstliche Generierung von "Klicks
auf Anzeigen" nach den "Allgemeinen Geschäftsbedingungen
von AdSense Online" verboten ist und Verstöße verfolgt
werden. Google hat aber keine Anklage erhoben. Außerdem hat Google die
für die Textwerbung von GWEI-Mitgliedern eingerichteten Websites
(die als "decoy-accounts" eingesetzt wurden) vom AdSense-Programm
ausgeschlossen, hat damit aber die Fortsetzung des Projektes nicht
gefährdet (7/2007).

- Use All Five: Social Weather Mapping | Smalltalk, 2009: "Smalltalk" visualisiert Twitter-Einträge, in denen die Wetterzustände bezeichnenden Prädikate "sunny rainy snowy windy foggy" und deren Varianten als Verben oder Substantive vorkommen. Runde Flächen in (Begriffe für) Wetterbedingungen charakterisierenden Farben erscheinen an den Orten, an denen sich AutorInnen von Twitter-Beiträgen lokalisieren lassen. Die Karte bilden nicht geographische Merkmale, sondern Ortsnamen in geographischen Abständen. Die aktuellen Twitter-Einträge können auf der Karte abgerufen werden: Nach einem Klick auf einen der Kreise erscheint der Username, mit einem weiteren Klick erscheint dessen Eintrag mit Link zur Quelle in Twitter. Ein Live Feed zeigt unter der Karte den letzten (oben) und den vorletzten (unten) Eintrag an (Twitter Search API, JavaScript. 10/2009).

- Martin Wattenberg: A
Net Art Idea Line, 2001: Fächerförmige Linien sind mit
Bezeichnungen für Typen der NetArt versehen. Die Linienbreite nimmt
mit der Menge der Beispiele zu. Bei Cursorbewegungen über die Linien
verbreitern sich die Zwischenräume und es erscheinen Titel und
in Popups Kurzbeschreibungen von Netzprojekten des jeweiligen
Typs in chronologischer Folge. Links führen zu den Projekten. Java-Webdesign
einer NetArt-Chronologie (Java. 3/2003).

Seit August 2001 werden die Lektionen um Tipps ergänzt, die
sich lediglich auf einzelne aktuelle Projekte und nicht wie die
Lektionen auf Websites und einen grösseren Komplex von Webprojekten
einer Künstlerin / eines Künstlers beziehen. Die Projekte werden
kurz vorgestellt und teilweise in knapper Form diskutiert.
Seit März 2003 führen Kurztipps in maximal sechs Sätzen
zu interessanten Projekten. Die Kurztipps sind keine vollständige
Liste relevanter Netzprojekte, da die in den Lektionen,
den Tipps
und den Theorie-Beiträgen
erörterten Werke nicht aufgeführt sind.
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